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	<title>Medien-Ökonomie-Blog</title>
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		<title>Startups, Risiko-Kapital und Copycats – Alexander Hüsing über deutsche Startups</title>
		<link>http://stefan-mey.com/2011/11/20/startup-deutsche-berlin-siliconvalley/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Nov 2011 13:24:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Startups]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Hüsing]]></category>

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		<description><![CDATA[„Business Angels, Copycat, Venture Capital, Exit“ … die Startup-Landschaft hat eine sehr spezielle Logik. Hier treffen naive Gründerträume auf knallharte Verwertungs-Absichten, Gründer müssen Anträge stellen können und es schaffen, Investoren Dollar-Zeichen in die Augen zu projizieren ,,, ein Interview <a href="http://stefan-mey.com/2011/11/20/startup-deutsche-berlin-siliconvalley/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;"><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Alexander-Huesing-von-Deutsche-Startups-privat.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2964  aligncenter" title="Alexander Hüsing (Deutsche-Startups.de)" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Alexander-Huesing-von-Deutsche-Startups-privat-150x150.jpg" alt="Alexander Hüsing (Deutsche-Startups.de)" width="200" height="200" /></a></p>
<p><em>„Business Angels, Copycat, Venture Capital, Exit“ … die deutsche Startup-Landschaft hat eine sehr spezielle Logik. Hier treffen naive Gründerträume auf knallharte Verwertungs-Absichten und Lebensträume werden verwirklicht. Gleichzeitig müssen Gründer Anträge stellen können und es schaffen. Investoren Dollar-Zeichen in die Augen zu projizieren. </em><em>Alexander Hüsing beobachtet auf </em><a style="font-style: italic;" href="http://www.deutsche-startups.de/">Deutsche-Startups.de</a><em> seit Jahren die Szene, hat Hypes, Tops und Flops miterlebt. Er gibt Auskunft über Trends und Strukturen des deutschen Startup-Markts.</em></p>
<p><strong>Als Gründer hat man lange Zeit davon geträumt, ins Silicon Valley zu gehen. Im Moment heißt es </strong><span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15428101,00.html"><strong>immer</strong></a></span></span><strong> </strong><span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://blogs.wsj.com/tech-europe/2011/09/28/venture-capitalists-look-to-berlin/?mod=wsj_share_twitter"><strong>wieder</strong></a></span></span><strong>, dass Berlin international im Kommen ist. Wie schätzt du das ein?</strong></p>
<p>Zumindest im europäischen Bereich ist Berlin mittlerweile als Startup-Metropole führend. Da kann selbst London nur noch von unten herauf schauen. Eine Firma wie Soundcloud wurde nicht dort gegründet, wo die Gründer herkamen, sondern in Berlin. Das sagt viel über den Ruf aus, den Berlin mittlerweile hat.<span id="more-2963"></span></p>
<p><strong>Wie kommt das?</strong></p>
<p>Berlin bietet immer noch extrem gute Rahmenbedingungen. Es ist vergleichsweise günstig. Es sind viele kreative und internationale Leute in der Stadt. Ein Startup, das nicht nur auf den deutschen Markt ausgerichtet ist, findet in Berlin gut Mitarbeiter. Der Inkubator <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.rocket-internet.de/">Rocket Internet</a></span></span> ist aus diesen Gründen in Berlin entstanden.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wie sieht die deutsche Startup-Szene im Vergleich mit anderen Ländern aus … ist sie größer, kleiner, innovativer, technischer? </strong></p>
<p>Innovativer wahrscheinlich nicht. Das ist ja der große Vorwurf an die deutsche Gründerszene. Vielleicht sind wir Deutschen technischer. Viele Ideen sind technisch anspruchsvoll, aber optisch nicht gut umgesetzt sind. Das können Amerikaner besser.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Kannst du thematische Cluster bei deutschen Gründungen erkennen?</strong></p>
<p>Es gab in den letzten Jahren zwei große Themen: das erste ist Ecommerce, allen voran <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.zalando.de/">Zalando</a></span></span>. Das zweite wichtige Thema sind Games. Browser-Games kommen aus Deutschland und wurden von <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://bigpoint.com/">Bigpoint</a></span></span> und <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://gameforge.com/">Gameforge</a></span></span> weltweit zum Erfolg geführt. Mittlerweile gibt es deren Spiele rund um den Globus. Mit <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.wooga.com/">Wooga</a></span></span> ist in Deutschland in den letzten Jahren ein extrem erfolgreiches Social Game-Startup entstanden. Auch wenn nicht jedes Startup ein Erfolg wird, werden die beiden Branchen auch in den nächsten Jahren noch gigantische Wachstumsraten vorweisen.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Es gibt den Vorwurf an die deutsche Gründerszene, dass oft einfach US-Konzepte kopiert werden. Was ist da dran?</strong></p>
<p>Das ist kein Vorurteil, das ist so. In Deutschland wird viel geklont.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wieso ist das Klonen so verbreitet? </strong></p>
<p>Deutsche Investoren finanzieren gerne Konzepte, die woanders schon funktionieren. Das ist ein Problem. Das Wort Risikokapital wird in Deutschland zu wenig beim Namen genommen. Es fällt leichter, etwas zu finanzieren, bei dem man absehen kann, wie es sich entwickeln wird. Es ist halt ein Risiko, in komplett neue Ideen zu investieren. Allerdings steckt immer eine Herausforderung dahinter, ein Copycat in den Markt zu drücken. Es gibt es Sachen, die funktionieren als US-Gründung, aber nicht als deutsche Kopie. Wo sind denn die zwölf Twitter-Klone aus Deutschland, die es mal gab? Die sind alle gescheitert.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Fallen dir große deutsche Startups ein, die keine Klone waren?</strong></p>
<p>Man kann sich streiten: ist <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.xing.com/">Xing</a></span></span> ein Klon von <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://linkedin.com/">LinkedIn</a></span></span>, ist <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.wooga.com/">Wooga</a></span></span> ein Klon von <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.zynga.com/">Zynga</a></span></span>? Das sind alles keine 1:1-Kopien. Es gibt immer eine Grundidee, die gleich ist. Die Umsetzung ist dann entscheidend. Ansonsten wäre jedes Auto, das nach dem Benz produziert wurde, ein Copycat.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Aber kennst du erfolgreiche Startups, die so eindeutig keine Kopien sind, dass man gar nicht erst eine Copycat-Definition bemühen muss?</strong><br />
<span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.erento.com/"></a></span></span></p>
<p><span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.erento.com/">Erento</a></span></span> ist ein gutes Beispiel. Vorher gar es keinen Miet-Marktplatz, der auch nur ansatzweise so erfolgreich war. Und es gibt auch noch Dutzende anderer Beispiele. <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.mymuesli.com/">Mymuesli</a></span></span> ist komplett in Deutschland entstanden und wurde mittlerweile auch in den USA kopiert. Es geht also auch anders herum.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wie sieht der idealtypische Lebenslauf eines deutschen Startups aus? </strong></p>
<p>Am Anfang steht oft das bekannte &#8220;Family, Friends and Fools&#8221;-Kapital. Viele Startups durchlaufen eines der verschiedenen Förderprogramme. Irgendwann kommen dann in den meisten Fällen Business Angels und Risiko-Kapitalgeber hinzu.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Es gibt also eine bestimmte Startup-Verwertungskette … eigenes Kapital, eventuell Förderung, dann Finanzierung und irgendwann der große Verkauf. Gehen wir die Glieder dieser Kette durch: wie effektiv sind die verschiedenen Förderstrukturen? </strong></p>
<p>Es gibt reichlich Förderprogramme in Deutschland. Man kann als Gründer viel an staatlicher Unterstützung mitnehmen. Allerdings sind Förderstrukturen zweischneidig. Man muss viel Papier wälzen, viele Anträge ausfüllen, das bindet unglaublich viel Zeit. Wer aber das Kapital braucht, muss sich die Zeit einfach nehmen. Ein großes Problem sind die Rahmenbedingungen. Man muss das Startup so aufbauen, dass es die Bedingungen der verschiedenen Förderprogramme erfüllt. Bei einigen darf man die Firma noch nicht gegründet haben, bei anderen muss man sie schon gegründet haben.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wie wirkt sich </strong><span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.exist.de/"><strong>Exist</strong></a></span></span><strong>, das bekannteste Förderprogramm, aus … entwickeln sich die </strong><strong>geförderten Startups besser als andere?</strong></p>
<p>Ich glaube, keines der großen Startups aus Deutschland, das spektakulär verkauft worden ist, war Exist-gefördert. Das waren Firmen, die von Anfang an mit Risiko-Kapital aufgebaut wurden. In den meisten Fällen lassen die sich auf solche Sachen nicht ein. Es gibt eher den umgedrehten Fall: Exist-geförderte Startups durchlaufen alle Förderprogramme, beweisen, dass ihr Konzept funktioniert und nehmen danach noch Kapital auf.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>An zweiter Stelle der Kette stehen die Investoren: Business Angels und Venture-Capital-Geber (VCs). Welche Rolle spielen die? </strong></p>
<p>Business Angels und VCs sind in der Regel selbst Gründer gewesen, die erfolgreich Startups aufgebaut und verkauft haben. Sie bringen nicht nur Kapital ein, sondern im besten Fall auch Wissen. Business Angel-Geld ist das Startkapital für die ersten Wochen oder Monaten, in den meisten Fällen eine niedrige fünfstellige Summe. Venture-Capital-Geber investieren im Anschluss daran sehr viel mehr, oft sechs- oder siebenstellige Summen.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wie sieht das Geschäftsmodell der Investoren aus? Aus einem Großteil von deren Investements wird bekanntlich nichts &#8230;</strong></p>
<p>Ganz einfach: sie investieren Geld und wollen daraus mehr Geld machen. Und ja, ein Großteil geht pleite. Man kann in etwa sagen: von zehn Startups ist eines der Überflieger, sieben verschwinden, der Rest pendelt zwischen okay und ganz gut. Deswegen brauchen die Investoren immer ein Startup, das mindestens den zehnfachen Einsatz einbringt.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wie kommen Startups und Kapitalgeber miteinander in Kontakt? </strong></p>
<p>Meistens funktioniert das auf Zuruf. Wenn ich jemanden kenne, kann ich ihn fragen, ob er mein Startup spannend findet. Wenn er das Team und die Idee gut findet, investiert sie auch. Die wenigsten wollen endlose Präsentationen und einen 300-Seiten-Businessplan lesen. Es gibt genügend Beispiele, bei denen das alles innerhalb weniger Wochen funktioniert hat.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wie groß ist der deutsche Kapitalmarkt für Startups? </strong></p>
<p>Die Venture-Capital-Szene in Deutschland ist sehr überschaubar, und es wird weit weniger Kapital investiert als in den USA. Von dort liest man ständig, dass ein Startup 25 Millionen, 70 Millionen oder 100 Millionen bekommt. Hier sind schon Investitionen über 5 Millionen eine Riesennummer. Allerdings sind in den letzten Jahren viele neue Player hinzu gekommen, auch VC-Firmen aus Frankreich, Großbritannien oder der USA, die sich den deutschen Markt anschauen.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wieso ist die Szene so klein? Gibt es zu wenig Startups, die die Branche attraktiv machen, fehlt es an frei verfügbarem Kapital?</strong></p>
<p>Geld ist auch in Deutschland da. Es gibt genügend Fonds, die dreistellige Millionenbeträge verteilen könnten. Woran liegt es? Die Risikobereitschaft in den USA ist einfach größer.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wie wirkt sich auf Aufnahme von Kapital auf die Startups aus? </strong></p>
<p>Fremdes Kapital bedeutet auch immer Fremdbestimmung. Die entscheidende Frage als Gründer ist: will ich mich darauf einlassen? Dann muss ich das Spiel mitspielen. Der einen Finanzierungsrunde folgt dann die nächste. Gerade bei VC-Kapital ist klar, dass das Unternehmen auf Exit getrimmt wird, also auf Verkauf.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Die Kapitalgeber zielen darauf hin, dass Startup irgendwann abzustoßen und das große Geschäft zu machen. Das ist die letzte Stufe der Startup-Verwertungskette. Wer kommt als Käufer infrage?</strong></p>
<p>Die Käufer deutscher Startups waren in den letzten Jahren oftmals Medienhäuser. Sie sind immer noch extrem wichtig. Aber auch die großen US-Unternehmen schauen mittlerweile verstärkt nach Deutschland. <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://dailydeal.de/">DailyDeal</a></span></span> ist vor kurzem für 150 Millionen Dollar an Google verkauft worden, <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.brands4friends.de/">Brands4friends</a></span></span> an Ebay. Die haben verstanden, dass es hier interessante Dinge gibt, die sie kaufen können.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Es gibt also im Grunde genommen zwei Gruppen von Käufern: deutsche Medienkonzerne und große US-Online-Unternehmen &#8230;</strong></p>
<p>Manchmal verkauft man auch direkt an das Unternehmen, das man kopiert hat. So war es beim Verkauf von Citydeal an <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.groupon.de/">Groupon</a></span></span>,<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Reden wir über die Gruppe der deutschen Medienkonzerne. Es entsteht leicht der Eindruck, dass sie nicht sonderlich viel Geschick im Umgang mit Startups haben. Als Holtzbrinck den damaligen Überflieger StudiVZ gekauft hatte, ging dessen Erfolgsgeschichte schnell zu Ende. Was läuft da schief? </strong></p>
<p>Wenn man als Medienhaus oder Großkonzern einem Startup seine Kultur überstülpt, ist es wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt. Das kann nicht funktionieren.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Was würde funktionieren?</strong></p>
<p>Man muss dem Startup seine Kultur und seine Identität lassen. Das müssen die Medienhäuer noch lernen. Am besten es es, die Gründer langfristig zu binden, nicht nur die üblichen drei Jahre. Vielleicht kauft man zu einem früheren Zeitpunkt und schaut, dass man dem Startup seine Freiheit lässt. Man kann den Medienhäusern in Deutschland immer wieder vorwerfen, dass sie nicht selbst erfolgreiche Startups gründen, aber Konzerne mit mehreren Unternehmen haben nicht mehr die Strukturen, wie ein Startup zu denken.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Das Problem ist also weniger, dass es sich bei den Käufern um Medienkonzerne im speziellen handelt, die Konzernstruktur als solche ist verantwortlich … </strong></p>
<p>Ja. Konzerne können nicht wie ein Startup denken. Deswegen müssen sie kaufen. Auch etablierte Internet-Unternehmen sind nicht zwangsläufig erfolgreich. Da passen einfach die Strukturen nicht mehr. Web.de hat vor ein paar Jahren versucht, mit &#8220;Unddu&#8221; ein Social Network aufzubauen – und ist gescheitert.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Was müsste sich insgesamt ändern, damit deutsche Startups bessere Rahmenbedingungen haben?</strong></p>
<p>Die deutsche Szene braucht mehr Gründer, die erfolgreich waren und dann selbst investieren. Das gilt für deren Geld genau so wie für das Wissens-Kapital, das sie weitergeben. Klar, der Xing-Gründer Lars Hinrich investiert mittlerweile. Es gibt auch andere erfolgreiche Gründer, die das machen. Aber von denen brauchen wir noch viel, viel mehr.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Was würdest du neuen Startups mit auf den Weg geben? </strong></p>
<p>Ein Gründer sollte Leidenschaft mitbringen. Wenn das Bauchgefühl bei der Idee, beim Design oder der Umsetzung Nein sagt, sollte man es lieber nicht machen. Das gilt auch für den Umgang mit Business Angels und VCs. Ansonsten müssen wir in Deutschland lernen, nicht so lange über Ideen und Konzepte nachdenken, sondern einfach mal auszuprobieren. Oftmals ergeben sich daraus ganz andere Sachen, das haben uns amerikanische Gründer immer noch voraus. Flickr war am Anfang keine Foto-Tauschbörse. Die Gründer haben dann aber gemerkt, dass die Nutzer am liebsten Fotos darüber tauschen.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Du meinst, die deutschen Gründer wollen erst ein perfektes Konzept basteln &#8230;</strong></p>
<p>Richtig. Darin wir wir gut: uns hinter verschlossenen Türen aufzuhalten und monatelang oder jahrelang am Konzept zu feilen. Ich kenne alle Bedenken, man will nicht mit anderen über die Idee reden, damit die keiner klaut. Aber wenn man nicht über seine Idee redet, schmort man im eigenen Saft. Man muss einfach raus. Das beste Feedback bekommt man vom Markt.</p>
<p><em>Das Interview habe ich zuerst auf dem <a href="http://www.netzpiloten.de/2011/10/14/interview-alexander-husing-uber-deutsche-startups/">Netzpiloten-Blog</a> veröffentlicht.</em></p>
 <p><a href="http://stefan-mey.com/?flattrss_redirect&amp;id=2963&amp;md5=cf9fb968d115e0ed87219732d46d8b46" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://stefan-mey.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>„Man sollte Google nicht unterschätzen“ &#8211; ein Hintergrund-Interview zum Panda-Update</title>
		<link>http://stefan-mey.com/2011/09/08/panda-update-interview-searchmetrics/</link>
		<comments>http://stefan-mey.com/2011/09/08/panda-update-interview-searchmetrics/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 21:58:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Panda-Update]]></category>
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		<description><![CDATA[Mitte August 2011 hat Google das Panda-Update auch für den deutschen Sprachraum eingeführt. Wie bei jedem Update sollen damit die Suchergebnisse besser werden und vor allem Spam und bezahlte Inhalte von den vorderen Trefferplätzen verdrängt werden. <a href="http://stefan-mey.com/2011/09/08/panda-update-interview-searchmetrics/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Marcus-Tober-Foto_privat.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2884" title="Marcus Tober, Searchmetris, Foto_privat" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Marcus-Tober-Foto_privat.jpg" alt="Marcus Tober, Searchmetris, Foto_privat" width="360" height="242" /></a></p>
<p><em>Mitte August 2011 hat Google das Panda-Update auch für den deutschen Sprachraum eingeführt. Wie bei jedem Update sollen damit die Suchergebnisse besser werden und vor allem Spam und bezahlte Inhalte von den vorderen Trefferplätzen verdrängt werden. Vor der algorithmischen Bestrafung zittern einige Seitenbetreiber, und die Branche der Suchmaschinen-Optimierer grübelt darüber, wie sie reagieren könnten. Marcus Tober, der Gründer und Chef-Technologe (CTO) von <a href="http://www.searchmetrics.com/de/">Searchmetrics</a>, hat die Auswirkungen des Panda-Updates analysiert. Er spricht unter anderem über die Motive und die Arbeitsweise von Google sowie über Konsequenzen für Seitenbetreiber. </em></p>
<p><strong>Was ist das Panda Update?</strong></p>
<p><strong></strong>Der Hintergrund ist eine Qualitätsoffensive von Google, die schon im letzten Jahr mit dem MayDay-Update sichtbar war. Google hat immer wieder propagiert, dass der User im Vordergrund steht. Das heißt: Google versucht,  Seiten aus dem sichtbaren Bereich zu verdrängen, die hohe Absprungraten aufweisen, eine schlechte Qualität haben und für den User einfach nicht wertvoll sind. Schon letztes Jahr hieß es, dass User-Signale immer wichtiger werden. Mit dem Panda-Update hat Google das weiter konsequent umgesetzt..<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wie erhebt Google diese User-Signale?</strong></p>
<p><strong></strong>Google hat unglaublich viele Daten. Der Browser Chrome hat einen Marktanteil von weltweit 10%, es gibt die Google Toolbar,  und viele weitere durch User ermittelte Daten. Am Ende hinterlässt jeder Spuren die von Google genutzt werden könnenum die Suche zu verbessern.<span id="more-2883"></span> <strong></strong></p>
<p><strong>Das Geheimnis ist also die Verbindung von Algorithmus und Nutzerverhalten, für die Google so berühmt ist …</strong></p>
<p>Ja, Google hat einen effizienten selbst lernenden Algorithmus, der mit sehr vielen Informationen gefüttert wird. Er wird aber auch aktiv von Google-Mitarbeitern trainiert. Google hat ein sehr großes Team von  Search Quality-Ratern. Das sind oftmals Studenten, die teilweise von zu Hause aus arbeiten und Fragen beantworten. Das Google Search Quality-Team hat vor kurzem einen solchen Fragenkatalog im <strong>Webmaster Central Blog</strong> veröffentlicht. Beispielsweise wurde gefragt: &#8220;Würden Sie der Seite X bei gesundheitlichen Informationen vertrauen?&#8221; oder &#8220;Würden Sie der Seite Y Ihre Kreditkarten-Informationen anvertrauen?&#8221; All diese Ergebnisse fließen ein.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Was beinhaltet das Panda-Update konkret?</strong></p>
<p>Es gibt keine offizielle Liste der Parameter, die beim Update berücksichtigt wurden, aber man kann Korrelationen erkennen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf einer Website ist ein wichtiger Faktor, und, wie im letzten Jahr, die Absprungrate. Wenn ein Nutzer nach einer Google-Suche zur Trefferliste zurück kehrt, weil er nicht die Informationen gefunden hat, die er braucht, signalisiert er damit, dass die Seite eine schlechte Qualität hat. Auch die Menge an Werbung spielt eine Rolle. Wenn auf einer Seite vier Adsense-Blöcke zu finden sind, ist es klar, dass die Absprung-Rate extrem hoch ist.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Vielleicht wurde der Seitenbetreiber von einem Google-Adsense-Mitarbeiter dazu überredet  …</strong></p>
<p>Interessanterweise arbeitet Google teilweise gegen sich selbst. Auf der einen Seite gibt es die Account-Manager im Google-Adsense-Team, die ihren Kunden raten, Anzeigenblöcke so einzubauen, dass die Klickraten optimiertwerden, auf der anderen Seite sind die Ingenieure, die den Index verbessern wollen. Die Analyse nach Panda 1 für die USA und Panda 2 für alle anderen englischsprachigen Länder hat ergeben, dass Seiten, die zu exzessiv Werbung eingebaut haben, abgestraft wurden. Das heißt, dass die Sales-Leute und die Ingenieure im Prinzip gegeneinander arbeiten. Das liegt daran, dass Google eine Technologie-getriebene Firma ist. Sales-Leute sind erwünscht, aber sie sind nicht die, die das voran treiben.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Was für eine Rolle spielt Content beim Panda-Update?</strong></p>
<p>Google berücksichtigt ganz klar auch die Qualität von Inhalten. Google kann erkennen, ob Inhalte eine eher eine niedrige oder eine hohe Qualität haben und ob sie einfach geschrieben oder kompliziert und wissenschaftlich sind. Seiten, die sich reihenweise billigen Content einkaufen, hat Google abgewertet. Suite101 ist so ein Beispiel oder das US-amerikanische eHow.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wie wird die Qualität des Contents bewertet? Algorithmisch dürfte das schwierig sein …</strong></p>
<p>Nein, auch das geht algorithmisch. Man sollte Google nicht unterschätzen. Die können Satzstellungen auseinander nehmen und bestimmte Begriffe mit Whitelists matchen. Dann gibt es noch etwas, das sich „Near Duplicate Content“ nennt. Der Inhalt ist nicht komplett mit einem anderen identisch. Aber es geht geht um das gleiche Thema, und der Text hat eine sehr ähnliche Struktur wie eine andere Quelle im Netz.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wie effektiv sind eigentlich die Qualitäts-Offensiven von Google? Wie bei der Entwicklung von Verschlüsselungs-Technologien gibt es einen permanenten Aufrüstungs-Wettlauf. Google stellt seinen Algorithmus um, die professionellen SEO-Leute reagieren darauf. Wird das jetzt ein echter Qualitätssprung, oder sehen wir nur einen von vielen verzweifelten Versuchen?</strong></p>
<p>Was Google gerade unmissverständlich klar macht, ist, dass echte Produkte und Marken im Vorteil sind. Eine entscheidende Änderung wurde öffentlich noch viel zu wenig beachtet. Google hat bei Brand-Begriffen wie &#8220;Audi&#8221;, &#8220;Tchibo&#8221; oder &#8220;H&amp;M&#8221; offiziell und weltweit große Sitelinks eingeführt. Vorher waren Sitelinks klein und unauffällig, jetzt sind sie größer und sehr viel sichtbarer. Das hat teils dramatische Auswirkungen. Früher wurde bei solchen Suchbegriffen die Hauptseite wie Audi.de angezeigt, mit einigen kleinen Mini-Sitelinks. Gleich darunter kam Wikipedia und dann Affiliate-Seiten wie Autoscout24, Mobile.de oder Meinauto. Wenn man jetzt nach „Audi“ sucht, stehen unter der Marken-Domain zwölf Unter-Ergebnisse. Alle anderen Treffer werden dadurch nach unten gedrückt. Wir haben Kunden, die aufgrund von Sitelinks 60% oder 70% Traffic verloren haben.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>… also eine Maßnahme gegen Affiliates, die auf Marken optimieren …<br />
</strong></p>
<p>Affiliates optimieren auf Brands. Wieso machen sie das? Weil die Conversion hoch ist. Wenn ein Affiliate auf die Marke Esprit optimiert, kann er damit eine Menge Geld verdienen. Und jetzt fängt Google an, ihm diesen Traffic weg zu nehmen, indem es die eigentliche Marke stärkt.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Mein Eindruck ist, dass, trotz aller Qualitäts-Updates, Google oft nicht gut genug hochwertige von minderwertigen Seiten unterscheiden kann. Immer wieder begegnen einem auf den vorderen Plätzen Treffer, die offensichtlich spammy sind.</strong></p>
<p>Auch Google ist nicht perfekt. Wir können davon ausgehen, dass in Zukunft noch viele weitere Qualitäts-Updates kommen werden. Es spielt aber auch eine Rolle, welches Such-Volumen ein Keyword hat. Bei Begriffen, die selten gesucht werden, kann es sein, dass ein Suchbegriff einfach unterhalb des Radars von Google bleibt.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Das heißt: um so wichtiger das Keyword ist, umso besser ist auch die Qualität der Suche &#8230;</strong></p>
<p>Mit Sicherheit.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wie ist der momentane Stand des Updates in Deutschland? Was ist bis jetzt passiert?</strong></p>
<p>Am 12. August ist das Panda-Update in Deutschland eingeführt worden. Wenn man nur auf Deutschland schaut, sieht man: es gibt etliche Preisvergleiche, die verloren haben, zum Beispiel Ciao.de oder Dooyoo. Die Wettbewerber Idealo und Billiger.de hingegen haben gewonnen. Man kann also nicht sagen, dass  Preisvergleiche per se als schlecht gelten. Gutscheinseiten, die auf Brand-Keywords optimieren, haben logischerweise verloren. Auch User-Generated-Content-Seiten wie Gutefrage.net und Wer-weiss-was.de haben verloren.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wieso ist auch Gutefrage.net abgestürzt? Der verständlich geschriebene, Service-</strong><strong>orientierte Content ist oft genau das, wonach Nutzer suchen.</strong></p>
<p>Das Problem ist, meiner Meinung nach, dass viele Leute immer wieder dieselbe Frage stellen, so dass es Near Duplicate Content gibt. Das können die Betreiber nur bedingt eindämmen. Grundsätzlich denke ich nicht, dass Google etwas gegen eine Seite wie Gutefrage.net oder Wer-weiss-was.de hat. Ich bin auch nicht vollständig mit dem, was Google gemacht hat, einverstanden. Da wo Seiten wegrutschen, kommen andere nach oben. Wenn eine Seite wie Gutefrage abstürzt und statt dessen ein Spamforum nach oben oben kommt, ist das keine Verbesserung.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Sind die Verluste kohärent, oder gibt es bei einzelnen Seiten auch widersprüchliche Auswirkungen?</strong></p>
<p>Im Long Tail der Suchbegriffe hat Google weniger Anpassungen gemacht. Umso länger der Suchbegriff wird, umso niedriger wird die Suchhäufigkeit, weil weniger Nutzer den Begriff so verfeinern. Deswegen ist der Wettbewerbsdruck nicht so hoch, und auch nicht die Menge der User-Signale. Im Short Head, wie es in der SEO-Sprache heißt, haben Seiten mit schlechtem Content drastisch verloren, im Long Tail aber weniger.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wer sind die Gewinner?</strong></p>
<p>Klassische redaktionelle Formate Seiten wie Welt.de, bild.de oder sueddeutsche.de haben gewonnen. Das ist auch das, was Google möchte: gut recherchierte und gut strukturierte Inhalte nach oben bringen. Wikipedia ist schon immer unter den Gewinnern gewesen, das war bei allen Updates so. Auch Markenseiten mit viel eigenem Content haben profitiert.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wie ist momentan die Stimmung in der deutschen SEO-Szene?</strong></p>
<p>Ich will jetzt nicht sagen, dass die SEO-Szene in Aufruhr ist, aber das Spiel hat sich teilweise schon geändert. SEO war anfangs eine Sache, bei der man mit wenig Aufwand viel erreichen konnte. Ich habe zum Beispiel das größte Grußkartenportal Europas gebaut, mit bis zu 180.000 Visits am Tag, Grußkartenfreunde.de. Das war durch einfache SEO-Maßnahmen möglich. Dafür brauchte man kein großes Geld. Durch Wissen und ein akzeptables Produkt, es musste kein Top-Produkt sein, konnte man es schafften, eine gute Position zu erreichen.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Das ist jetzt anders?</strong></p>
<p>Unter den Verlierern sind viele Affiliate-Seiten. SEOs verdienen ja auch durch eigene Projekte, durch Affiliate- oder AdSense-Programme viel Geld. Nenn mir einen SEO, der alleine eine richtig große Marke aufgebaut hat, die man kennt. Das gibt es so gut wie nicht. Wieso? Wenn du so etwas machen willst, brauchst du ein großes Marketing-Budget. Du kannst durch Venture Capital oder durch andere Geldquellen ein richtig gutes Produkt aufbauen, aber nur durch SEO wird’s schwierig bis unmöglich. Du brauchst Werbung, vielleicht sogar Fernseh-Werbung, um die Marke bekannt zu machen. Das Geld hat man als SEO nicht.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Was folgt daraus für professionelle Suchmaschinen-Optimierer?</strong></p>
<p>Man muss als SEO jetzt ein bisschen wie ein Produkt-Manager denken und sich fragen: ist das, was ich tue, nicht nur gut im Sinne des Google-Bots, der meine Seite besucht, sondern auch im Sinne des Users? Wenn SEOs weiterhin erfolgreich arbeiten wollen, müssen sie daran denken, dass sie ein echtes Produkt brauchen. Der User muss auf eine Seite kommen, auf der er das vorfindet, wonach er auch gesucht hat. Früher ging es nur darum, dass ein User so schnell wie möglich auf Google Adsense oder einen Affiliate-Link klickt oder sofort etwas kauft. Das ist jetzt vorbei.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Was würdest du Seitenbetreibern allgemein raten?</strong></p>
<p>Seitenbetreiber sollten sich verstärkt mit Ihrem Produkt und ihren Nutzern beschäftigen. Für Kennziffern wie die Absprungrate, Aufenthaltsdauer oder SEO Visibility gibt es die Google Webmaster Tools, Google Analytics oder die Searchmetrics Tools. Sie sollten schauen, ob die User ihr Produkt mögen. Und sie sollten auf die User zugehen und sie anregen, zu tweeten oder einen Like bei Facebook zu hinterlassen. Auch das sind User-Signale. Spiegel online hat es vorgemacht, unter jedem Artikel ist sehr prominent ein Facebook- und Twitter-Button eingebaut. Dadurch haben die eine sehr hohe Aktivität auf den Netzwerken. Social Links sind ein neuer, wichtiger Teil des Link-Buildings.</p>
<p><em>Das Interview habe ich zuerst auf dem <a href="http://stefan-mey.com/2011/09/08/panda-update-interview-searchmetrics/">Netzpiloten-Blog</a> veröffentlicht.</em></p>
 <p><a href="http://stefan-mey.com/?flattrss_redirect&amp;id=2883&amp;md5=7d98cd9a535f26d1f5d4f2dc67e41892" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://stefan-mey.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>„Myspaced“: Wenn Medien-Konzerne Startups kaufen  (und ruinieren)</title>
		<link>http://stefan-mey.com/2011/09/05/%e2%80%9emyspaced%e2%80%9c-wenn-medien-konzerne-startups-kaufen-und-ruinieren/</link>
		<comments>http://stefan-mey.com/2011/09/05/%e2%80%9emyspaced%e2%80%9c-wenn-medien-konzerne-startups-kaufen-und-ruinieren/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 14:42:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dies und das]]></category>
		<category><![CDATA[Startups]]></category>
		<category><![CDATA[Myspace]]></category>
		<category><![CDATA[Start-up]]></category>
		<category><![CDATA[StudiVZ]]></category>

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		<description><![CDATA[Manch einer wird sich in den letzten Wochen schadenfroh die Hände gerieben haben. Rupert Murdoch, der einflussreichste Medien-Inhaber der Welt, hat eine phänomenale Schlappe hinnehmen müssen. Im Jahr 2005 hatte er das Soziale Netzwerk Myspace für 580 Mio. US-$ gekauft &#8230; <a href="http://stefan-mey.com/2011/09/05/%e2%80%9emyspaced%e2%80%9c-wenn-medien-konzerne-startups-kaufen-und-ruinieren/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manch einer wird sich in den letzten Wochen schadenfroh die Hände gerieben haben. Rupert Murdoch, der einflussreichste Medien-Inhaber der Welt, hat <a href="http://www.schieb.de/712480/murdoch-verkauft-myspace-zum-schleuderpreis">eine phänomenale Schlappe</a> hinnehmen müssen. Im Jahr 2005 hatte er das Soziale Netzwerk Myspace für 580 Mio. US-$ gekauft – sechs Jahre später hat er es für in Relation geradezu lächerlich anmutende 35 Mio. wieder verkauft. Wie konnte das passieren?<br />
</strong></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/">Myspace</a> war einmal die viel erfolgversprechendste Community im Netz. Es war ein soziales Netzwerk, das Menschen auf der Grundlage von Musik zusammen brachte. Bands richteten Profile ein und stellten Hörproben sowie Downloads zur Verfügung, die Fans konnten sich ihren Stars nahe fühlen und sich selbst exzessiv darstellen. Im Jahr 2006 hatte Myspace mehr als 100 Mio. Accounts, zum Höhepunkt im Herbst 2009 270 Mio. Irgendwann kam Facebook und überholte Myspace.<span id="more-2876"></span></p>
<p>In den letzten Jahren hat Myspace immer mehr an Bedeutung verloren. Hunderte Mitarbeiter wurden entlassen und die deutsche Repräsentanz geschlossen, viele Accounts wurden zu Karteileichen oder gleich gelöscht.</p>
<p><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Google-Trends-Myspace.png"><img class="alignnone size-full wp-image-2877" title="Google Trends - Myspace" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Google-Trends-Myspace.png" alt="Google Trends - Myspace" width="1012" height="379" /></a></p>
<h3>CMedien-Konzerne können keine Startups führen</h3>
<p>Meine These ist, dass diese Entwicklung nicht zwangsläufig war und nicht nur auf die Existenz von Facebook zurückzuführen ist. Dass Myspace-Konzept war stimmig. Die gemeinsame Basis Musik hatte das Zeug, Nutzer global zusammen zu führen. Das Problem war vielmehr, dass Myspace überhaupt von einem klassischen Medien-Giganten wie Murdoch&#8217;s News Corporation gekauft wurde. Es gibt einen Mechanismus, der, wenn er zu Ende gedacht wird, die Logik hinter dem Aufbau und der Finanzierung von Startups infrage stellt.</p>
<p>Wenn klassische Medien-Konzerne aufstrebende Startups kaufen, geht das meistens schief. Startups sind auf ständige Innovationen angewiesen, auf Experimente und die schnelle Umsetzung von Ideen. Dem steht die etablierte und hierarchische Management-Kultur eines Großkonzerns diametral entgegen. Wichtige Entscheidungen müssen dann plötzlich von klassischen Medienmanagern abgenickt werden, die ihr Handwerk im Print- oder im besten Fall im Fernseh-Geschäft gelernt haben.</p>
<h3>StudiVZ ist das deutsche Myspace</h3>
<p>Ähnlich war und ist es bei <a href="http://www.studivz.net/">StudiVZ</a>. Es war ein gut gemachter, beinahe schon kreativer, Klon von Facebook, der innerhalb kurzer Zeit einen schnellen Aufstieg erlebte. Es gab vier Sprach-Versionen für die größten europäischen Länder und mit SchülerVZ und MeinVZ auch Varianten für nicht-studentische Zielgruppen. StudiVZ war damit die deutsche Internet-Hoffnung schlechthin. Der deutsche Medienkonzern <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verlagsgruppe_Georg_von_Holtzbrinck">Holtzbrinck</a> hat das Startup im Jahr 2007 für <a href="http://www.focus.de/finanzen/news/studivz_aid_121976.html">insgesamt 85 Mio.</a> übernommen. Ab 2009 ging die Nutzung rapide und verlässlich zurück. Für die einzige Hauptzielgruppe Studenten ist es mittlerweile verpönt, noch auf StudiVZ zu sein.</p>
<p><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Google-Trends-StudiVZ.png"><img class="alignnone size-full wp-image-2878" title="Google Trends - StudiVZ" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Google-Trends-StudiVZ.png" alt="Google Trends - StudiVZ" width="1016" height="381" /></a></p>
<p>Auch Holtzbrinck hat versucht, einen Käufer für das Netzwerk zu verkaufen, doch mangels geeigneter Angebote den Versuch <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,775584,00.html">gerade eingestellt</a>.</p>
<h3>Der Fehler im System der Startup-Finanzierung</h3>
<p>Die Logik der Startup-Verwertungskette sieht so aus: Studenten oder Absolventen mit guten Ideen, aber ohne eigenes Geld, gründen ein Startup. Wenn sie glaubhaft machen können, dass die Idee tragfähig ist, finden sie Investoren. In der ersten Stufe sind das Business-Angels mit kleineren Summen, in der zweiten Stufe Venture-Capital-Firmen, die mit Millionen-Beträgen einsteigen. Die Investoren treibt die Hoffnung an, dass das Startup mit ihren Anteilen inein paar Jahre für sehr viel mehr Geld verkauft wird.</p>
<p>Um so größer das Startup vor dem „Exit“ schon ist, um so schwieriger wird es, einen Käufer zu finden. In der Regel kommt entweder ein größerer (US-amerikanischer) Wettbewerber infrage oder einer der verzweifelten deutschen Medien-Konzerne. Diese wissen, dass es mit Print bergab geht, die Zukunft im Internet liegt und sie etwas tun müssen. Sie haben zwar keine eigenen Konzepte, wollen aber dennoch im Netz mitmischen. Deswegen kaufen sie Startups.</p>
<p>Das Ziel der Gründer ist erreicht. Doch wenn dieser Exit mithilfe eines großen Medienkonzerns  gelingt, ist das oft der Anfang vom Ende. Das ist die eingebaute Paradoxie bei der Startup-Finanzierung. Vermutlich werden wir noch viele Myspace- und StudiVZ-Geschichten erleben.</p>
<p><em>Den Artikel habe ich zuerst auf dem <a href="http://www.netzpiloten.de/2011/09/02/wenn-medien-konzerne-startups-kaufen-und-ruinieren-%E2%80%A6/">Netzpiloten-Blog</a> veröffentlicht.</em></p>
 <p><a href="http://stefan-mey.com/?flattrss_redirect&amp;id=2876&amp;md5=9dffb015d52be6465ad2b71be45a5b24" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://stefan-mey.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Netz-Helfer: Bitcoins</title>
		<link>http://stefan-mey.com/2011/09/01/bitcoin/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 21:26:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dies und das]]></category>
		<category><![CDATA[Medien-Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[bitcoin]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch Bitcoin hat das Zeug, viel zu erreichen. Das Open-Source-Projekt hat sich einen großen Brocken vorgenommen, den es reformieren will: das weltweite Währungs- und Finanzsystem. Bitcoins könnten die neue Verkehrswährung im Netz werden. <a href="http://stefan-mey.com/2011/09/01/bitcoin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Logo-Bitcoin.png"><img class="alignnone size-full wp-image-2869" title="Logo Bitcoin" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Logo-Bitcoin.png" alt="Logo Bitcoin" width="306" height="64" /></a></p>
<p><strong>Einige wenige Netz-Ideen krempeln die Gesellschaft um. Wikipedia etwa hat den Umgang mit öffentlichem Wissen verändert. Auch <a href="http://bitcoin.org/">Bitcoin</a> hat das Zeug, viel zu erreichen. Das Open-Source-Projekt hat sich einen großen Brocken vorgenommen, den es reformieren will: das weltweite Währungs- und Finanzsystem. Bitcoins könnten die neue Verkehrswährung im Netz werden.</strong></p>
<h3>1 Was leisten Bitcoins?</h3>
<p>Bitcoins ermöglichen eine anonyme Transaktion von virtuellem Geld, direkt von Nutzer zu Nutzer.<span id="more-2866"></span> Sie kommen ohne eine vermittelnde Stelle wie PayPal oder ein Kreditkarten-Unternehmen aus, die Gebühren entfallen somit.</p>
<h3>2 Wie funktionieren sie?</h3>
<p>Man lädt den Bitcoin-Client herunter und installiert ihn, das System weist einem eine eigene Bitcoin-Adresse zu. Bitcoins kann man auf eigens dafür eingerichteten Börsen kaufen, privat von anderen Nutzern erwerben oder über ein aufwändiges Mining mit dem eigenen PC selbst berechnen. Bei einer Transaktion wird der jeweilige öffentliche Schlüssel des Empfängers an die Zeichen-Abfolge des Bitcoins angehangen. Ein am System beteiligter Mining-Rechner überprüft die Transaktion, gibt sie frei, und das Geld gelangt zum Empfänger.</p>
<h3>3 Hintergrund</h3>
<p>Bitcoins basieren auf einem unendlich komplizierten <a href="http://www.bitcoin.org/bitcoin.pdf">mathematischen Modell</a>, das kryptographische Verfahren mit der Peer-to-Peer-Technologie verbindet. Bitcoins bestehen aus einer Menge an Bits, also einer Zeichen-Abfolge. Die Gesamtmenge ist auf eine absolute Zahl von 21 Mio. Bitcoins beschränkt, zur Zeit sind bereits 7 Mio. berechnet. Der Rest wird durch Netzwerk-Teilnehmer, die ihre Rechenleistung an das System anschließen, berechnet. Das geschieht, indem eine Art kryptographisches Rätsel geknackt wird.</p>
<p>Die beteiligten Rechner überprüfen gleichzeitig anstehende Transaktionen auf Unstimmigkeiten. Das ist möglich, da die Historie aller Transaktionen in Netzwerk gespeichert ist. Der Gegenwert aller im Moment fluktuierenden Bitcoins entspricht etwa 100 Mio. US-$. Zu Beginn war ein Bitcoin nur wenige Cent wert, die Währung hat aber einen rasanten Aufstieg erlebt und lag im Juni 2011 bei <a href="http://bitcoincharts.com/charts/mtgoxUSD#tgCzm1g10zm2g25">etwa 30 $</a>. Sie ist dann innerhalb weniger Tage auf die Hälfte des Werts abgestürzt und Anfang August noch einmal auf 7 $. Seitdem hat sie sich wieder leicht erholt.</p>
<p>Es gibt einige Börsen, die sich auf den Tausch von Bitcoins und klassischen Währungen spezialisiert haben. Die Zahl der Händler, die Bitcoins akzeptieren, ist noch begrenzt. Größtenteils sind es Firmen im Umfeld von Netz-Technologie und -Dienstleistungen (im deutschen <a href="https://de.bitcoin.it/wiki/Handel#Online_Produkte">Bitcoin-Wiki</a> gibt es eine Übersicht).</p>
<h3>4 Risiken und Nachteile</h3>
<p>Die extremen Kursschwankungen von Bitcoins schaffen eine große Unsicherheit, vor allem wenn man echtes Geld, also Euro oder Dollar, eintauscht.</p>
<p><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Kurs-Bitcoin-Dollar.png"><img class="alignnone size-full wp-image-2868" title="Kurs Bitcoin-Dollar" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Kurs-Bitcoin-Dollar.png" alt="Kurs Bitcoin-Dollar" width="500" height="219" /></a></p>
<p>Kurs Bitcoin-Dollar, Quelle: <a href="http://bitcoincharts.com/charts/mtgoxUSD#rg30ztgCzm1g10zm2g25">bitcoin-charts.com</a></p>
<p>Bitcoins werden aus vielen Richtungen attackiert: US-Senatoren fordern ein Verbot, die renommierte Zeitschrift The Atlantic sieht das <a href="http://www.theatlantic.com/technology/archive/2011/08/the-bitcoin-economy-is-collapsing-with-no-sign-of-recovery/243253/">Ende von Bitcoins</a> kommen (allerdings mit eher schwachen Argumenten). Der deutsche Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) <a href="http://www.bvdw.org/medien/bvdw-warnt-verbraucher-und-haendler-vor-bitcoins-als-zahlungsmittel?media=3006">warnt</a> drastisch vor der Verwendung und wählt dabei einen Ton, der an Kalte-Kriegs-Propaganda erinnert: „Auch in Zukunft werden einzelne, zersetzende Kräfte immer wieder ihr Interesse bekunden, eine eigene neue Währung losgelöst von staatlicher Kontrolle zu schaffen.“</p>
<p>Die zwei am häufigsten vorgetragenen Argumente contra Bitcoins lassen sich bei genauerer Betrachtung schnell relativieren:</p>
<p><strong>(1) Eine Währung ohne staatliche Kontroll-Möglichkeit fördert Kriminalität: </strong>Vom Segen aller Anonymisierungs-Tools im Netz können auch Bösewichter profitieren. Moralisch fragwürdige Geschäfte lassen sich somit vielleicht leichter abwickeln, da Kriminelle nicht auf PayPal oder komplizierte Konten-Konstrukte angewiesen sind. Doch auch Bargeld hat schon immer eine anonyme und kaum nachvollziehbare Bezahlung ermöglicht. Menschenhandel, Drogen- und Waffengeschäfte in größerem Stil wurden bevorzugt in Dollarscheinen abgewickelt.</p>
<p><strong>(2) Der Währung steht kein eigener Wert entgegen, sie ist ausschließlich auf ihre Legitimität angewiesen: </strong>Auch das ist eine eher schlichte Logik. Zwar kann man natürlich mit Gold nach einem Wertverfall immer noch schöne Schmuckstücke basteln, wie das Wirtschaftsmagazin <a href="http://www.forbes.com/sites/timothylee/2011/08/07/the-bitcoin-crash/">Forbes</a> argumentiert, das ist mit einer Abfolge von Bits nicht möglich. Doch auch Papiergeld besitzt keinerlei Eigen-Wert, außer dem, den es Kraft seiner Legitimität symbolisch trägt.</p>
<p>Ein wirkliches Problem sind die verschiedene Sicherheitspannen, die in den letzten Wochen aufgetreten sind. Zwar ist die Bitcoins-Technologie nach einhelliger Meinung (bis jetzt) manipulationssicher, doch das gilt nicht für die beteiligten Akteure. Bei der größten Börse Mt. Gox hat ein Hacker <a href="http://www.dailytech.com/Inside+the+MegaHack+of+Bitcoin+the+Full+Story/article21942.htm">Mitte Juni</a> Bitcoins entwendet, die etwa 7% der weltweiten Gesamtmenge ausmachten. Die polnische Börse Bitomal.pl hat durch einen Konfigurationsfehler bei der Umstellung ihrer Server den kompletten Datensatz verloren, und damit auch die Bitcoins der Kunden.</p>
<h3>5 Fazit</h3>
<p>Wie bei jeder anderen Währung ist der eigentliche Knackpunkt die Akzeptanz als Zahlungsmittel und die Verbreitung. Steigt diese, steigt der Wert der eigenen Bitcoins, sinkt sie, sind große Verluste möglich.</p>
<p>Der eher mäßige Erfolg des Micro-Bezahlsystems <a href="http://flattr.com/">Flattr</a> zeigt, dass auch ein geniales Konzept scheitern kann, weil einfach zu wenige mitmachen.Während bei Flattr, genau wie beim Wettbewerber <a href="http://www.kachingle.com/">Kachingle</a>, die Vorteile für die meisten Nutzer aber rein ideell sind,  bieten Bitcoins auch Anreize jenseits des Glaubens an die gute Sache. Da wären zum Beispiel die hohen Gebühren von Finanzdienstleistern, die wegfallen, oder eine Umgehung der selektiven <a href="http://www.golem.de/1108/85421.html">Sperrpolitik von PayPal</a>.</p>
<p>In jedem Fall trägt das Bitcoin-Projekt das Potenzial in sich, die Welt auf eine Art zu verändern, die wir jetzt noch nicht einmal abschätzen können.</p>
<p><em>Den Artikel habe ich zuerst auf dem <a href="http://www.netzpiloten.de/2011/08/29/netz-helfer-bitcoins/">Netzpiloten-Blog</a> veröffentlicht.</em></p>
 <p><a href="http://stefan-mey.com/?flattrss_redirect&amp;id=2866&amp;md5=9314e1419e5b20b50d0f08df7c1ce2fa" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://stefan-mey.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wir Netz-Zombies – ein Essay über die Emanzipation des Menschen von der Maschine</title>
		<link>http://stefan-mey.com/2011/08/27/wir-netz-zombies/</link>
		<comments>http://stefan-mey.com/2011/08/27/wir-netz-zombies/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 27 Aug 2011 18:59:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dies und das]]></category>
		<category><![CDATA[Nicholas Carr]]></category>
		<category><![CDATA[Timothy Ferriss]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stefan-mey.com/?p=2854</guid>
		<description><![CDATA[http://i.imgur.com/PUHZo.jpg (Ausschnitt und eigene Montage) Das Leben im Internet ist eine seltsame Sache: Auf-dem-Bildschirm-Starren, digitale „Kontakte“, Kommunikationsfragmenten und eine durch Links verbundene unendliche Abfolge von Dokumenten. Anders als Fernsehen erfordert Online-Sein Aktivität: permanente Entscheidungen und sogar soziale Interaktionen. Doch nach &#8230; <a href="http://stefan-mey.com/2011/08/27/wir-netz-zombies/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Netz-Zombie-hoch-drei1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2858" title="Netz-Zombie hoch drei" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Netz-Zombie-hoch-drei1.jpg" alt="Netz-Zombie hoch drei" width="1002" height="171" /></a><br />
<span style="font-family: Arial, sans-serif;"><a href="http://i.imgur.com/PUHZo.jpg">http://i.imgur.com/PUHZo.jpg</a> </span>(Ausschnitt und eigene Montage)</p>
<p><strong>Das Leben im Internet ist eine seltsame Sache: Auf-dem-Bildschirm-Starren, digitale „Kontakte“, Kommunikationsfragmenten und eine durch Links verbundene unendliche Abfolge von Dokumenten.</strong></p>
<p>Anders als Fernsehen erfordert Online-Sein Aktivität: permanente Entscheidungen und sogar soziale Interaktionen. Doch nach der Arbeit vor dem Rechner kann sich das eigene Gehirn so weich anfühlen, als hätte man sich genau so lange durch‘s private Nachmittagsprogramm gezappt.</p>
<p>Wenn man sich nach drei Stunden Fernseh-Konsum die Frage stellt, was man in der Zeit getan hat, lautet die die Antwort selbstverständlich: „nichts“. Seltsamerweise kann sich das Gefühl, nichts getan zu haben, auch nach drei Stunden Internetnutzung einstellen. Ach ja, da war doch was … man hat etwa 20 Blogposts überflogen, zweimal auf Facebook gepostet und bei Freunden kommentiert, mindestens 5-Mal Mails gecheckt und beantwortet, und auf Twitter war man auch noch unterwegs.<span id="more-2854"></span></p>
<p>Die nicht-endende Fülle an Mini-Tasks und Mikro-Aktivitäten formt sich zum Gefühl, seine Zeit vergeudet zu haben, obwohl man doch so viel gemacht hat. Doch man hat nichts „erreicht“, denn dafür fehlt ein greifbares Ergebnis – und man hat sich nicht entspannt, denn der Kopf fühlt sich leer und gleichzeitig hoffnungslos überfüllt an.</p>
<p>Die Art, wie das Netz funktioniert, scheint aus dem Gehirn eine Art Brei zu machen und Menschen zu Zombies, die gleichzeitig tätig und untätig sind. Egal was wir tun, die Aufgabe wird erledigt, indem wir auf den Bildschirm starren, mit der rechten Hand die Maus steuern und auf die vor uns liegende Tastatur einhämmern. Eine der am meisten durchs Netz gereichten Bilder hat das mit wenigen Zeichen-Strichen illustriert.</p>
<p><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Mensch-vs.-Netz-Zombie1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2862" title="Mensch vs. Netz-Zombie" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Mensch-vs.-Netz-Zombie1.jpg" alt="Mensch vs. Netz-Zombie" width="1200" height="972" /></a><br />
<a href="http://i.imgur.com/PUHZo.jpg">http://i.imgur.com/PUHZo.jpg</a> (Ausschnitt)</p>
<p>Das Internet erzieht mich zu seinem idealen Nutzer, einem hirn- und gefühllosen Multitasker. Die Frage ist: Nutze ich das Netz, oder nutzt das Netz mich?</p>
<h2>Wer bin ich online?</h2>
<p>Der Journalist und Buchautor Nicholas Carr hat eine ähnliche Veränderung bei sich selbst beobachtet. Als Reaktion darauf hat er in <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896674285/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;tag=medienoekonom-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3896674285">Wer bin ich, wenn ich online bin&#8230;: und was macht mein Gehirn solange? </a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=medienoekonom-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3896674285" border="0" alt="" width="1" height="1" /> (Blessing-Verlag) alle verfügbaren Studien zum Thema durchgearbeitet. Sein Fazit:</p>
<ul>
<li>Das Netz reduziert tatsächlich erheblich die Konzentrationsfähigkeit.</li>
<li>Menschen verstehen online weniger, als wenn sie gedruckt lesen.</li>
<li>Multitasking führt zu weniger Kreativität und Produktivität.</li>
<li>Wir lernen schnell wechselnde Signale zu verarbeiten, doch gleichzeitig verflacht unser Denken.</li>
<li>Multimedial geschulte Multitasker sind weniger in der Lage, wichtiges von unwichtigen zu unterscheiden und haben weniger Kontrolle über ihre Aufmerksamkeit.</li>
<li>Durch die Plastizität des Gehirns verändern sich Strukturen unseres Denkapparats, so dass die kognitiven Defizite auch in der Offline-Welt bestehen bleiben.</li>
</ul>
<p>Das bedenkliche ist, dass es nicht kleine Schönheitsfehler des Netzes sind, die unsere kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen, nein: jeder Link reduziert die Verständlichkeit gegenüber gedruckten Texten. Dabei bilden Hyperlinks so etwas wie die Blutbahn des World Wide Web. Und gerade die Instant-Kommunikation, auf der Twitter, Facebook &amp; Co. basieren, fragmentiert unsere Aufmerksamkeit, bis nur noch Rudimente übrig bleiben.</p>
<h2>Was tun?</h2>
<p>Natürlich ist ein Abschied vom Internet kaum möglich. Dafür ist es zu wichtig, sei es im beruflichen oder im privaten Leben, und dafür ist es trotz allem auch zu schön und zu praktisch. Das Ziel ist es statt dessen, vom Netz-Maschinen-Zombie wieder zum souveränen Akteur im Internet zu werden.</p>
<p>Der US-Autor Timothy Ferriss hatte im Jahr 2008 einen Bestseller zur Optimierung des eigenen Lebens in Zeiten der Digitalität geschrieben: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3430200512/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;tag=medienoekonom-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3430200512">Die 4-Stunden-Woche</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=medienoekonom-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3430200512" border="0" alt="" width="1" height="1" /><br />
(Ullstein). Größtenteils geht es darum, wie man im Internet viel Geld verdienen kann, doch am Anfang des Buchs schlägt er einige Maßnahmen vor, mit denen man es schafft, trotz Bildschirmarbeit ein klar denkender und souverän Menschen zu bleiben. Bei aller berechtiger <a href="http://www.taz.de/!72022/">Kritik</a> an seinem Optimierungswahn sind doch einige kluge und praktikable Überlegungen dabei. Sie haben, neben eigenen Erfahrungen als Web-Worker, die folgenden Tipps inspiriert.</p>
<h2>Back to life</h2>
<h3>1. Der Umgang mit Emails</h3>
<p>Ein permanent geöffneter Email-Client ist der größte Verursacher permanenter Ablenkung. Mit jeder Meldung über eine neue Mail ist man versucht, in den Posteingang zu schauen, ob sie wichtig war oder nicht und wenn möglich gleich zu antworten. Ich habe mein Mail-Programm meistens geschlossen und checke höchstens alle zwei Stunden den Posteingang. Dann lese ich alle Mails und beantworte sie sofort. Schon dieses kleine Veränderung hat das Arbeitsleben sehr viel weniger stressig gemacht.</p>
<h3>2. Social Media ist keine Pause</h3>
<p>Man hat zwei Stunden auf den Bildschirm gestarrt, und Körper und Geist brauchen eine Pause. In einer Mischung aus Trägheit und mangelndem Mut gönnt man sich aber nur die „kleine“ Erholungs-Variante man geht auf Facebook, überfliegt seine Pinnwand, kommentiert bei Freunden, man likt ihre Status-Mitteilungen und postet selbst etwas. Das Problem ist, dass Social Media nicht als Pause von der Bildschirmarbeit funktioniert. Die körperliche Tätigkeit ist die selbe, und wie schon zuvor reagiert der Geist auf eine Reihe von Mini-Reizen. Also: lieber aufstehen, in die Küche gehen und sich einen Tee machen, einen kurzen Smalltalk mit Kollegen führen. Dann ist der Kopf auch wieder wirklich bereit für weitere zwei Stunden produktive Bildschirmarbeit.</p>
<h3>3. Dem Endlosen einen klaren Rahmen setzen</h3>
<p>Netz-Recherchen haben per se keinen organischen Endpunkt. Jeder Blogpost führt zu einem nächsten, unter jedem Wikipedia-Artikel sind weitere spannende Quellen verlinkt. Es hilft, sich einen klaren zeitlichen Rahmen zu setzen. Das interessante ist, dass Tätigkeiten oft genau so viel Zeit brauchen, wie man sich dafür nimmt. Eine zeitlich begrenzte Netz-Recherche von einer halbem Stunde ist verblüffenderweise oft genau so effektiv wie ein anderthalb-stündiges Navigieren durchs Netz.</p>
<h3>4. Mut zur Ignoranz</h3>
<p>Nur ein kleiner Teil der im Netz verfügbaren Informationen hat irgend eine Relevanz für uns. Timothy Ferriss hat dafür folgende Analogie gefunden: so wie wir unseren Körper zu viele Kalorien zuführen und dann noch aus den falschen Quellen, konsumieren wir in unserer Gesellschaft zu viele Informationen, und oft solche, die keinerlei Bedeutung für uns haben. Bei einer „Low-Information-Diet“ widerstehen wir der Verlockung etwas nur des Wissens wegen wissen zu wollen. Die Folge ist, dass wir mehr auf Sachen fokussieren können, die uns tatsächlich konkret weiter bringen.</p>
<p><strong>Lasst uns den Netz-Zombie überwinden und wieder zu Menschen werden.</strong></p>
<p><em>Den Artikel habe ich zuerst auf dem <a href="http://www.netzpiloten.de/2011/08/24/wir-netz-zombies-emanzipation-des-menschen-von-den-maschinen/">Netzpiloten-Blog</a> veröffentlicht.</em></p>
 <p><a href="http://stefan-mey.com/?flattrss_redirect&amp;id=2854&amp;md5=96a8ccd77d577d12be4a15f86332feb0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://stefan-mey.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Facebook-Plugins und Datenschutz &#8211; was das ULD genau sagt</title>
		<link>http://stefan-mey.com/2011/08/25/facebook-plugins-uld-datenschutz/</link>
		<comments>http://stefan-mey.com/2011/08/25/facebook-plugins-uld-datenschutz/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Aug 2011 11:24:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dies und das]]></category>
		<category><![CDATA[datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook-plugins]]></category>
		<category><![CDATA[uld]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist immer wieder gespenstisch: du gehst auf eine Website, deren Betreiber du nicht kennst und die du vorher noch nie besucht hast. Der Inhaber aber scheint zu wissen, wer deine Freunde sind und wem von diesen die jeweilige Website &#8230; <a href="http://stefan-mey.com/2011/08/25/facebook-plugins-uld-datenschutz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Arbeitspapier-ULD-zu-Facebook_Wordcloud-Wordle.net_.png"><img class="size-full wp-image-2852 alignnone" title="Arbeitspapier ULD zu Facebook_Wordcloud (Wordle.net)" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Arbeitspapier-ULD-zu-Facebook_Wordcloud-Wordle.net_.png" alt="Arbeitspapier ULD zu Facebook_Wordcloud (Wordle.net)" width="1375" height="353" /></a></p>
<p><strong>Es ist immer wieder gespenstisch: du gehst auf eine Website, deren Betreiber du nicht kennst und die du vorher noch nie besucht hast. Der Inhaber aber scheint zu wissen, wer deine Freunde sind und wem von diesen die jeweilige Website gefällt. Dass Facebook eine gefährliche Omnipräsenz im Netz entwickelt hat, ist nicht neu und kein Geheimnis. </strong></p>
<p>Neu ist auch nicht, dass Staats-Vetreter Facebook öffentlich anprangern. Die Verbraucherschutz-Ministerin Ilse Aigner etwa hatte mit viel Trara angekündigt, ihr <a href="http://netzpolitik.org/2010/ilse-aigner-tritt-aus-facebook-aus/">FB-Profil zu löschen</a> und wurde dafür statt mit Dank mit Spott bedacht.</p>
<p>Bemerkenswert hingegen ist die <a href="https://www.datenschutzzentrum.de/presse/20110819-facebook.htm">Pressemitteilung</a>, die das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (<a href="https://www.datenschutzzentrum.de/">ULD</a>) verfasst hat. Erstens zeugt sie von tatsächlicher Netz-Kompetenz und der Fähigkeit, sich fundiert in ein komplexes Thema einzuarbeiten (beides ist bei Politikern und öffentlichen Stellen oft nicht der Fall). Zweitens verwundert der Ton. Es wird nicht nur genörgelt, dem Konzern der „inzwischen weltweit einen geschätzten Marktwert von über 50 Mrd. Dollar erreicht“ hat, wird offen der Krieg erklärt. <span id="more-2847"></span>Ein regionaler Staats-Beamter legt sich lautstark und kompetent mit einem US-Konzern an – das gab es zuletzt 2003, als der Münchener Oberbürgermeister verkündet hat, dass seine Stadtverwaltung von Windows <a href="http://www.muenchen.de/limux">auf Linux umsteigt</a>.</p>
<p>Im Netz wurde viel über den Tonfall <a href="http://netzpolitik.org/2011/kommentar-schleswig-holstein-darf-nicht-mehr-liken/">disku</a><a href="http://netzpolitik.org/2011/kommentar-trotz-schonheitsfehler-richtig-so-uld/">ttiert</a> und über die eigentliche Intention der Datenschützer <a href="http://klawtext.blogspot.com/2011/08/facebook-button-verboten-bugeld-droht.html">spekuliert</a>. Um eine breitere Diskussion zu ermöglich, möchte ich versuchen, allgemeinverständlich die Argumentation des ULD nachzuzeichnen. Sie findet sich in einem 25-seitigen <a href="https://www.datenschutzzentrum.de/facebook/facebook-ap-20110819.pdf">Arbeitspapier</a>, das die Grundlage für die Pressemitteilung ist.</p>
<h2>Die zwei Modi von Facebook</h2>
<p>Das ULD unterscheidet zwei Charaktere von Facebook:</p>
<p>- soziales Netzwerk (definiert als „Kommunikationsplattform[en] im Online-Bereich“, diese zeichnen sich durch persönliche Nutzerprofile, nutzergenerierte Inhalte und Verbindungen zwischen Nutzern aus)</p>
<p>- eine technische Infrastruktur zur Messung des Gebrauchs von Angeboten im Internet (an anderer Stelle „externer Dienstleister“ genannt)</p>
<h2>Drei Tracking-Optionen</h2>
<p>Weiterhin werden drei technische Verfahren zur Analyse von Nutzerverhalten unterschieden:</p>
<p>(1) die Analyse angemeldeter Nutzer auf Facebook.com selbst</p>
<p>(2) die Analyse von Nicht-Nutzern, dies geschieht vor allem mithilfe von Social Plugins, die externe Seitenbetreiber eingebunden haben</p>
<p>(3) die Analyse angemeldeter Nutzer über solche Social Plugins</p>
<p>Eine Schlüsselrolle spielen die verschiedene Cookies, die die Mitarbeiter des ULD beschreiben, wobei sie über deren Bedeutung und eigentlichen Zweck oft nur spekulieren können. So wird etwa bei jedem Aufruf von Facebook.com ein 2 Jahre gültiges Cookie gesetzt, das den Nutzer bei jeder erneuten Kommunikation mit Facebook identifizieren kann.</p>
<h2>Social Plugins, Fan Pages und Facebook Insights</h2>
<p>Kommen wir zu den Facebook-Elementen, die den Datenschützern ein Dorn im Auge sind:</p>
<p><strong>Social Plugins </strong>sind mittlerweile auf der Mehrzahl der größeren Webangebote integriert. Das häufigste ist eine Box, die auf die Fanpage der jeweiligen Website verlinkt und anzeigt, welche Facebook-Freunde des Nutzers die Website gelikt haben.</p>
<p><strong>Fanpages </strong>ähneln auf den ersten Blick stark allgemeinen Nutzerprofilen, nur dass sich hier nicht Individuen, sondern Organisationen, Medien etc. präsentieren können. Während Privat-Profile sich bei der Nutzung von Facebook nichts zuschulden kommen lassen, haben Betreiber von Fanpages für die Datenschutz-rechtlichen Schnitzer von Facebook gerade zu stehen.</p>
<p>Beiden Features ist gemein, dass sie über <strong>Facebook Insights </strong>detaillierte aggregierte Informationen über ihre jeweilige Nutzerbasis erhalten. Dieses Tool erstellt „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anonymisierung_und_Pseudonymisierung">pseudonymisierte</a>“ Profile, das ist laut Telemedien-Gesetz (TMG) zulässig. Fanpage-Inhaber und Betreiber von Websites mit Social Plugins müssen ihre Nutzer aber explizit darauf aufmerksam machen. Zudem muss es für Nutzer möglich sein, dem zu widersprechen und die Datenübertragung zu verhindern. All das ist faktisch nicht praktiziert und ist in der Regel technisch gar nicht vorgesehen.</p>
<p>An dieser Stelle müssten noch Facebook-Apps kommen, also die Drittprogramme, die über Schnittstellen automatisiert persönliche Daten von Nutzern abfragen können. Sie sind die mit Abstand <a href="http://www.robertbasic.de/2011/05/facebook-apps-welche-daten-man-als-user-preisgibt/">problematischsten Datenfresser</a>. In der gegenwärtigen Analyse werden sie leider noch nicht berücksichtigt. Zumindest ist sich das ULD aber dieses Defizits bewusst und macht explizit darauf aufmerksam.</p>
<h2>Vier Typen von Beteiligten</h2>
<p>Der eigentliche Adressat des Vorstoßes ist Facebook. Trotzdem heben die Schleswig-Holsteinischen Datenschützer hervor, dass sich die Verantwortung für die Datenschutz-Defizite auf verschiedene Akteure verteilt:</p>
<p>(1) Facebook</p>
<p>Der „Dienstbetreiber“ hat zwar deutsche Mitarbeiter, doch die sind nur für PR und Vertrieb und nicht für die Datenverarbeitung zuständig. Es gibt keine eigenständige Niederlassung in Deutschland, so dass es kaum möglich ist, deutsche Gesetze gegen Facebook direkt anzuwenden.</p>
<p>(2) Content Delivery Networks</p>
<p>Dieser Dienstleister-Typus reduziert die Ladezeiten von Seiten. Eine große Zahl weltweit verteilter Server ermöglicht, dass die Distanz, die eine zu ladende Bild-Datei auf dem Weg zum Endnutzer zurücklegen muss, klein ist. Als einziges Content Delivery Network haben die Datenschützer die Firma <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Akamai">Akamai</a> identifiziert, die unter anderem auch für das Bundeskanzleramt Inhalte ausliefert.</p>
<p>Ob Akamai mit deutschen oder europäischem Recht zu belangen ist, konnten die Autoren noch nicht klären. Die Firma erledigt „Auftragsdatenverarbeitung“ für Facebook und ist damit theoretisch auch rechtlich verantwortlich. Wenn sie die Aufgabe für die europäische Facebook-Tochter in Irland übernimmt, würde Akamai unter europäisches bzw. sogar unter deutsches Recht fallen. Da sich FB aber in den Datenschutz-Richtlinien das Recht sichert, persönliche Daten in die USA zu übertragen und damit unter Umständen auch dort verarbeitet, wird die Sache wieder komplizierter.</p>
<p>(3) Webseiten-Betreiber</p>
<p>Sowohl die Betreiber externer Seiten als auch die Inhaber von Facebook-Fanpages werden zu dieser Kategorie gezählt. Als „Diensteanbieter von Telemedien“ fallen sie unter das Telemedien-Gesetz. Damit sind sie für die von Ihnen verursache Verarbeitung von Nutzerdaten verantwortlich – auch dann, wenn sie dafür „externe Dienstleister“ in Anspruch nehmen. Wenn ein Seitenbetreiber ein Social-Plugin von Facebook einbaut, ist er damit auch für die Art verantwortlich, wie Facebook mit den jeweiligen Nutzerdaten umgeht. Ein kollektiver Akteur, der eine Fanpage betreibt, macht sich durch die Nutzung des Statistik-Tools Facebook Insights schuldig.</p>
<p>(4) Nutzer</p>
<p>Auch diese Kategorie ist für Datenschutz-Juristen nicht trivial: Laut TMG können Nutzer gleichzeitig Betroffene von und juristisch Verantwortliche für Datenschutz-Bedenken sein. Die Frage, ob es sich primär um private oder nicht-private Präsentation und Kommunikation handelt, ist entscheidend. So begründet sich, wieso Facebook-Profile und Facebook-Fanpages juristisch unterschiedlich behandelt werden.</p>
<h2>Rechtsfolgen?</h2>
<p>Die Datenschützer verweisen immer wieder darauf, dass die verschiedenen aufgezählten Verstöße als Ordnungswidrigkeiten gesehen werden können. Dafür sieht das TMG eine Geldbuße von bis zu 50.000€ vor. Dies gilt für Seitenbetreiber mit Social-Plugins und Inhaber von Fanpages, die ihre Nutzer nicht über Facebook Insights aufklären. Beiläufig angesprochen wird weiterhin eine individuelle Impressums-Pflicht auf Facebook-Fanpages (!) und die verbotene Verknüpfung pseudonymisierter und personalisierter Daten durch Social-Plugins.</p>
<p>In der breit durchs Netz gegangenen Pressemitteilung fordern die Datenschützer, dass die Betreiber in Schleswig-Holstein „<em>umgehend die Datenweitergaben über ihre Nutzenden an Facebook in den USA einstellen, indem sie die entsprechenden Dienste deaktivieren.</em>“ Gefordert wird also ernsthaft, Social-Plugins zu deaktivieren und Fanpages zu löschen. Als Zeitrahmen für die Umsetzung ist ein Monat vorgesehen. Was dann passiert, wird allerdings sehr vorsichtig formuliert.</p>
<p>„<em>Anwender in Schleswig-Holstein können nach einer Umsetzungsfrist von einem Monat im Einzelfall aufgefordert werden, die rechtswidrige Datenverarbeitung über deren Webseite einzustellen, verbunden mit dem Hinweis auf die Möglichkeiten einer Untersagung … und eines Bußgeldverfahrens.“</em></p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Es handelt sich also nicht um einen Amok-Lauf gegen die Netzgemeinde von Schleswig-Holstein, sondern um ein Säbelrasseln, das im kalifornischen Hauptsitz von Facebook gehört werden soll. Natürlich kann ein regionaler Landes-Datenschützer kann etwas gegen einen multinationalen Netz-Konzern ausrichten. Aber Deutschland ist ein wichtiger Werbemarkt, und so könnte er Facebook zumindest so lange ärgern, bis es vielleicht doch genervt einlenkt.</p>
<p>Der juristische Ansprechpartner der Studie Moritz Karg hat in einem <a href="http://www.pottblog.de/2011/08/19/video-fanpages-bei-facebook-datenschutzwidrig-interview-mit-moritz-karg-vom-unabhangigen-landeszentrum-fur-datenschutz-uld/">Interview</a> klargemacht, dass es bei der Aktion primär um Facebook selbst geht und und nicht <em>„um den Wald- und Wiesen-Küstenblogger [und] um kleine Unternehmen, die versuchen, auf Facebook Geschäfte zu machen.“</em></p>
<p>Diese Aussage beruhigt. Dennoch sind die bösen Briefe an Website-Betreiber in Schleswig-Holstein angekündigt. Im Moment bleiben nur Fragen: Was genau wird nach der Umsetzungsfrist geschehen? Werden sich die Datenschützer der anderen Länder dem ungleichen Kampf gegen den Giganten Facebook anschließen? Wird die Bundeskanzlerin gezwungen werden, <a href="http://www.facebook.com/AngelaMerkel?ref=ts">ihre Fanpage</a> zu löschen? Es wird spannend. Unter Umständen werden wir einen heißen Herbst erleben.</p>
<p><em>Den Artikel habe ich zuerst auf dem <a href="http://www.netzpiloten.de/2011/08/22/schleswig-holstein-vs-facebook/">Netzpiloten-Blog</a> veröffentlicht. </em></p>
 <p><a href="http://stefan-mey.com/?flattrss_redirect&amp;id=2847&amp;md5=3f72172fc35b915cf7719cf615fef7c7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://stefan-mey.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Erfolgsfaktoren von Facebook-Apps &#8211; Interview mit Facebookbiz</title>
		<link>http://stefan-mey.com/2011/08/17/facebook-apps-erfolgsfaktoren-interview/</link>
		<comments>http://stefan-mey.com/2011/08/17/facebook-apps-erfolgsfaktoren-interview/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 18:13:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Startups]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook-Apps]]></category>
		<category><![CDATA[Viralität]]></category>

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		<description><![CDATA[Apps verbinden Facebook mit der großen kommerziellen Online-Welt außerhalb des sozialen Netzwerks. Als Nutzer begegnet man ihnen meistens, weil auf der Pinnwand eines Freundes eine seltsame, halb-automatisierte Statusmeldung erscheint. Dann ärgert man sich entweder über die Verschmutzung des eigenen Streams oder &#8230; <a href="http://stefan-mey.com/2011/08/17/facebook-apps-erfolgsfaktoren-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Apps verbinden Facebook mit der großen kommerziellen Online-Welt außerhalb des sozialen Netzwerks. Als Nutzer begegnet man ihnen meistens, weil auf der Pinnwand eines Freundes eine seltsame, halb-automatisierte Statusmeldung erscheint. Dann ärgert man sich entweder über die Verschmutzung des eigenen Streams oder freut sich über die tolle Anwendung, die man dank eines Freundes entdeckt hat. Für Firmen haben Apps das unglaubliche Potenzial, über virales Marketing kostenlos an viele Nutzer zu kommen. Ein Gespräch mit Jan Firsching, Redakteur des Blogs  <a href="http://www.facebookbiz.de/">Facebookbiz</a>*, über Erfolgsfaktoren von Apps und über das Verhältnis von Viralität und Spamicity.</em></p>
<p style="text-align: center;"><em><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Jan-Firsching-Facebookbiz.jpg"><img class="aligncenter" title="Jan Firsching, Facebookbiz, Foto: Privat" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Jan-Firsching-Facebookbiz-150x150.jpg" alt="Jan Firsching, Facebookbiz, Foto: Privat" width="150" height="150" /></a></em></p>
<p><strong>Welche Ziele verfolgen Firmen, wenn sie für ihre schon existierenden Online-Dienste Facebook-Apps bauen? </strong></p>
<p>Sie wollen die Reichweite von Facebook nutzen, um neue Nutzer für ihre Plattform zu bekommen. Mit der Facebook-Connect-Verknüpfung kann man es dem Nutzer leichter machen, sich anzumelden. Und es gibt eine automatische Verbindung zu Facebook, die sehr praktisch ist. Wenn ein Nutzer etwas macht, kannst du es als Entwickler automatisch veröffentlichen lassen. Dann sehen es die Freunde des Nutzers, klicken drauf und melden sich eventuell bei dir an.<span id="more-2839"></span></p>
<p><strong>Was macht eine App erfolgreich? </strong></p>
<p>Viele Apps schöpfen die Möglichkeit nicht richtig aus. Zum Beispiel gibt es einen kleinen Counter  auf der linken Spalte, eine Benachrichtigung für Applikationen, die relativ wenig Apps wirklich nutzen. Wenn etwas in der Anwendung oder dem Social Game passiert oder ein Freund eine Anfrage sendet, steht dann dort &#8220;Cityville 1, 2, 3, 4, 5.“ etc. Du wirst als Nutzer darauf aufmerksam gemacht und klickst eventuell noch einmal auf die Anwendung. Das ist ein Kanal, der, richtig eingesetzt, neben einem Post auf der Pinnwand des Nutzers für weitere Aufmerksamkeit sorgt. Das zweite Problem ist, dass die Posts teilweise sehr langweilig sind.</p>
<p><strong>Weil sie ein 55-Jähriger in der PR-Abteilung schreiben muss, der jetzt plötzlich auch Social Media machen muss … </strong></p>
<p>Ja. Ganz schlimm ist es zum Beispiel bei Coupon-Geschichten. Kein Mensch postet doch freiwillig, dass er gerade einen 10%-Gutschein von Firma X eingelöst hat. Wenn du den Post cool schreibst und versuchst, Interesse zu wecken, kriegst du natürlich auch neue Nutzer für die App. Das ist das, was <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zynga">Zynga</a></span></span> mit seiner App <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.facebook.com/FarmVille?ref=ts">Farmville</a></span></span> perfektioniert hat. Die Posts gehen zwar Tausenden Leuten auf die Nerven, aber wenn du es intensiv spielst und Freunde von dir auch, denkst du: &#8220;Worh, der hat schon wieder was tolles gemacht. Ich müsste auch mal wieder Farmville spielen.&#8221;</p>
<p><strong>Wie ist das Thema Apps bei deutschen Facebook-Nutzern angekommen? </strong></p>
<p>Deutsche Nutzer sind sehr kritisch. Wenn bei den Berechtigungen zur Nutzung von Daten zwei, drei Sachen dabei sind, fragen sich schon viele: „Warum fragt ihr meine Daten ab? Was wollt ihr mit den Informationen über meine Freunde?“</p>
<p><strong>Was können Entwickler da tun? </strong></p>
<p>Das Problem ist, dass meistens nicht richtig erklärt wird, was die jeweilige App macht und wieso sie die Daten benötigt. Das lässt sich viel optimieren. Und was ich ganz schlimm finde, ist, wenn gleich zehn Permissions abgefragt werden, obwohl die Anwendung die am Anfang überhaupt nicht braucht. Ich würde das Schritt-für-Schritt machen und zuerst nur Basisdaten abfragen, um den Nutzer nicht gleich abzuschrecken.</p>
<p>„<strong>Virales Marketing“ ist das große Ziel vieler Apps. Wie funktioniert Viralität auf Facebook? </strong></p>
<p>Facebook spricht selten von &#8220;viral&#8221;, sondern meistens von &#8220;sozial&#8221;. Wenn die App sozial ist, dann verbreitet sie sich auch. Sozial wird sie, indem du die Freunde der Nutzer einbeziehst.</p>
<p><strong>Wie regen Firmen dieses virale oder soziale Marketing gezielt an? </strong></p>
<p>Wenn du auf einer App mit deinen Freunden etwas machen kannst und dir das dann am Ende auch noch irgendeinen Nutzen bringt, postest du es eher. Über die Posts kommt die App Aufmerksamkeit und so weiter. Das ist der virale Kreislauf. Und: wenn es um Virales geht, funktioniert Lustiges sehr gut. Ernste Geschichten oder Produkt-Sachen werden selten viral.</p>
<p><strong>Wenn man sich mit Facebook-Apps beschäftigt, fällt auf, dass die erfolgreichsten Apps gleichzeitig oft sehr spammy sind. Wie hängen Viralität und Spamicity zusammen? </strong></p>
<p>Ganz einfach: um so mehr Posts du auf der Wall eines Nutzers platzierst, um so mehr Freunde sehen das und um so mehr Nutzer bekommst du auch.</p>
<p><strong>Viele erfolgreiche Apps scheinen bewusst auf Spam-Methoden zu setzen. Manche Anwendungen versuchen von ihren Nutzer mit allen möglichen Tricks die Erlaubnis zu bekommen, dass eine Mitteilung auf der Pinnwand des Nutzers oder von dessen Freunden gepostet werden darf. </strong></p>
<p>Du erweckst so natürlich Aufmerksamkeit für deine Anwendung und bekommst schnell Reichweite. Aber das ist ein gefährliches Spiel. Wenn Facebook auf dich aufmerksam wird, können die dich sehr schnell killen. In den Statistiken der Apps gibt es ein Diagramm, das die ausgelösten Posts mit der Zahl der Spam-Meldungen vergleicht. Und es ist eine rote Linie eingezeichnet. Sobald die überschritten wird, ist deine App gesperrt. Allerdings kannst du dir, wenn du groß bist und viele Nutzer hast, natürlich auch mehr Spam-Markierungen erlauben. Das sollte aber natürlich nicht das Ziel eines Unternehmens sein.</p>
<p><strong>Wo würdest du die Grenze zwischen Spam und der legitimen Förderung von Viralität ziehen? </strong></p>
<p>Automatisierte Posts sind immer problematisch. Ich find es besser, wenn ein Dialog kommt, nach dem Motto: &#8220;Du hast das gemacht. Willst du es veröffentlichen?&#8221;. Im Idealfall folgt die Aufforderung, noch eine persönliche Bemerkung dazu zu schreiben. Das kommt dann auch besser an als automatische Posts.</p>
<p><strong>Was würdest du Entwicklern von Facebook-Apps noch mit auf den Weg geben? </strong></p>
<p>Wenn ich eine Anwendung konzipiere, würde ich mir von Anfang an Gedanken machen, wie ich die Freunde der Nutzer mit einbeziehen kann. Es sollte keine Solo-App werden, bei der ein Nutzer für sich alleine irgend etwas macht. Sie sollte sollte Spaß machen. Und statt auf kurzfristige Effekte wie bei Gewinnspielen zu setzten, sollte der Nutzer einen Sinn darin sehen können, die App auch längerfristig zu nutzen.</p>
<p>* Facebookbiz gehört zur Agentur <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.berlinerbrandung.de/">Berliner Brandung</a></span></span>, die Beratung und andere Dienstleistungen zu Social Media anbietet und unter anderem Facebook-Apps konzipiert.</p>
<p>Den Artikel habe ich zuerst auf dem <a href="http://www.netzpiloten.de/2011/08/09/interview-facebookbiz/">Netzpiloten-Blog</a> veröffentlicht.</p>
 <p><a href="http://stefan-mey.com/?flattrss_redirect&amp;id=2839&amp;md5=95188d6b25429be39367427c4b2593b1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://stefan-mey.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Google Clonebook</title>
		<link>http://stefan-mey.com/2011/08/03/googleplus-facebook-clon/</link>
		<comments>http://stefan-mey.com/2011/08/03/googleplus-facebook-clon/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Aug 2011 17:44:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dies und das]]></category>
		<category><![CDATA[Clone]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google plus]]></category>

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		<description><![CDATA[Google+ müsste eigentlich Facebook+ heißen. Es ist ein geschickter Klon von Facebook in seinen Basisfunktionen PLUS einige Optimierungen und Ergänzungen. Google hat störende Probleme beim dominierenden Social Network erkannt und gelöst. Zudem wurden Funktionen zwei anderer großer Kommunikationsdienste integriert: die &#8230; <a href="http://stefan-mey.com/2011/08/03/googleplus-facebook-clon/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Startseite-Google-plus.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2836" title="Startseite Google plus" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Startseite-Google-plus.png" alt="Startseite Google plus" width="612" height="305" /></a></p>
<p><strong><a href="https://plus.google.com/">Google+</a> müsste eigentlich Facebook+ heißen. Es ist ein geschickter Klon von Facebook in seinen Basisfunktionen PLUS einige Optimierungen und Ergänzungen.</strong></p>
<p>Google hat störende Probleme beim dominierenden Social Network erkannt und gelöst. Zudem wurden Funktionen zwei anderer großer Kommunikationsdienste integriert: die Follow-Funktion von Twitter und die Video-Chat-Funktion von Skype. Für Google ist das eine äußerst schwache Leistung. An die schöpferische Höhe, die mit Diensten wie Google Earth, Docs oder AdSense erreicht wurde, kommt Google+ nicht einmal annähernd heran. Shame on Google.<span id="more-2834"></span></p>
<h2>Die Hauptfunktionen</h2>
<p>Wie bei Facebook ist die Kern-Funktion der personalisierte Stream. Ich kann selbst etwas mitteilen, Facebook fragt: „Was machst du gerade?“, bei Google+ heißt es „Einen neuen Beitrag erstellen“. Bei beiden Diensten lässt sich zusätzlich ein Foto, ein Video und ein Link anhängen. Die Beiträge meiner Freunde werden untereinander angezeigt, ich kann Links anklicken, den Beitrag kommentieren und teilen.</p>
<p><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Vergleich-Stream-Facebook-und-Google-plus.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2835" title="Vergleich Stream Facebook und Google plus" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Vergleich-Stream-Facebook-und-Google-plus.jpg" alt="Vergleich Stream Facebook und Google plus" width="784" height="197" /></a></p>
<p>Über <strong>Circles</strong> kann man digitale Kontakte verschiedenen Gruppen zuordnen. Die Kategorien Freunde, Familie und Bekannte sind voreingestellt. Zusätzlich lassen sich beliebige selbst definierte Kategorien wie Job, Hobby X oder Land Y hinzufügen. Die meisten Google+-Freundschaften sind auf Gegenseitigkeit angelegt. Es gibt aber noch einen anderen Modus, in einer „Nur folgen“-Beziehung wird der Stream nur einseitig angezeigt. Das ist eine Adaption der wichtigsten Twitter-Funktion.</p>
<p><strong>Hangouts</strong> sind die Implementierung eines Video-Chats, wie er am populärsten von Skype angeboten wird. Nachdem man den Google Talk-Plugin installiert hat, greift Google+ auf die Webcam zu. Das Grundkonzept ist ähnlich wie bei Facebook: wenn man sich einloggt, schaut man, wer gerade auch online ist. Bei Facebook startet man dann einen Text-Chat, bei Google+ ist auch ein Video-Chat möglich. Wer einen Hangout startet, betritt eine Art virtuellen Video-Chat-Room. Die Freunde werden in ihren Streams darüber informiert, dass er stattfindet und wer dabei ist. Nett ist, dass sich mehrere Personen an einem gemeinsamen Hangout beteiligen können.</p>
<p><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Google-plus-Features-Hangout-Circles-Sparks+.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2837" title="Google plus Features Hangout, Circles, Sparks+" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Google-plus-Features-Hangout-Circles-Sparks+.png" alt="Google plus Features Hangout, Circles, Sparks+" width="936" height="282" /></a></p>
<p>Mit <strong>Sparks</strong> spielt Google seine Kompetenz als Navigator im Netz aus. Es gibt zehn voreingestellte Interessen, zu denen Artikel angezeigt werden. Die Auswahl der Interessen ist eher speziell und wirkt noch sehr „beta“. Neben allgemeinen Themen wie Mode, Gärtnern und Rezepte sind drei klassische Nerd-Kategorien dabei: Android, Comics und Roboter. Dazu gibt es eine freie Suche, deren Trefferlisten aber nicht begeistern. Sparks ist die bisher schwächste Funktion von Google+.</p>
<h2>Der Dienst als Teil des Google-Kosmos</h2>
<p>Google+ fügt sich ins große Netz des Internet-Giganten ein. Dieses vergrößert sich durch jeden auch nur halbwegs erfolgreichen neuen Dienst, da immer wieder neue Internet-Nutzer motiviert werden, sich ein Google-Konto zuzulegen. Unterhalb des Browser-Adressfensters auf Google+ verlinkt ein Reiter auf andere Anwendungen wie Google Docs, Google Mail, Google Reader oder Picasa. Gleichzeitig profitiert Google+ davon, dass jeder Nutzer einer anderen Google-Anwendung durch bloßes Einloggen Mitglied werden kann. Der Wegfall dieser kleinen Anmelde-Schwelle macht viel aus.</p>
<p>Das interessanteste Feature ist die <a href="http://www.google.com/support/+/bin/static.py?page=guide.cs&amp;guide=1207011&amp;answer=1047397">+1-Schaltfläche</a>, die für den Namen „Google Plus“ verantwortlich ist. Was anfangs wie eine verzweifelte Antwort auf den omnipräsenten „Gefällt mir“-Button von Facebook wirkte, könnte jedoch durchaus Potenzial haben. Die „Plus“-Informationen sollen als Schicht über die Google-Trefferseiten gelegt werden und die Ergebnisse verbessern und individualisieren. Die kalte Logik des Suchmaschinen-Algorithmus würde mit menschlichen Bewertungen angereichert werden. Da Webseiten aber nur „geplust“ oder eben nicht „geplust“ werden können, ist die Informationstiefe eher bescheiden. An die <a href="http://stefan-mey.com/2011/07/02/web-of-trust-lob-kritik/">Möglichkeiten</a>, die die Bewertungs-Datenbank und der Suchmaschinen-Layer von <a href="http://www.mywot.com/">My Web of Trust</a> bietet, wird Google+ so nicht herankommen.</p>
<h2>Back to Daddy Google?</h2>
<p>Ist es überhaupt wünschenswert, dass Google+ Facebook erfolgreich Konkurrenz macht?  Google hat sich in wenigen Jahren einen großen Teil des Webs einverleibt: die Web-Suche, ein eigener Browser, Youtube, ein dominantes Werbe-Netzwerk, ein erfolgreicher Email-Dienst und vieles mehr. Facebook hat ein Gegengewicht aufgebaut und Google bei <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-12/facebook-google-usa">wichtigen</a> <a href="http://www.internetworld.de/Nachrichten/Medien/Facebook-ueberholt-Google-News-als-Nachrichtenaggregator-24645.html">Kennzahlen</a> der Internet-Nutzung immer wieder eingeholt. Dabei ist Facebook keinesfalls der sympathischere Gigant. Die Allmachts-Gelüste des Dienstes sind mindestens genau so groß und auch die Gier nach Daten. In der Missachtung von Nutzer-Rechten und Datenschutz ist Facebook teilweise sogar dreister.</p>
<p>Doch: mit Facebook gibt es einen ernst zu nehmenden Gegenspieler. Wenn auch noch das weltweit größte soziale Netzwerk Teil des Google-Imperiums wird, wäre das eine Katastrophe. Zwar würde Google sicher einige problematische Praktiken von Facebook fürs erste unterlassen, allein schon um sich als bessere Version eines sozialen Netzwerks zu präsentieren, doch noch mehr Macht in den Händen von Google kann und sollte sich niemand ernsthaft wünschen.</p>
<p>Den Artikel habe ich zuerst auf dem <a href="http://www.netzpiloten.de/2011/07/29/google-clonebook/">Netzpiloten-Blog</a> veröffentlicht.</p>
 <p><a href="http://stefan-mey.com/?flattrss_redirect&amp;id=2834&amp;md5=b269b49934e505b6561de3944e090131" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://stefan-mey.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Netz-Helfer: Piratenpad</title>
		<link>http://stefan-mey.com/2011/07/25/netz-helfer-piratenpad/</link>
		<comments>http://stefan-mey.com/2011/07/25/netz-helfer-piratenpad/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2011 14:20:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dies und das]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpad]]></category>

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		<description><![CDATA[Piratenpad ist der größte deutsche Hoster von Etherpad, einem Tool zur kollaborativen Erstellung von Dokumenten. In puncto Schnelligkeit, Eleganz und Usability lassen Piratenpads viele kommerzielle Anbieter alt aussehen. 1 Was leistet ein Piratenpad? Man kann gemeinschaftlich an einem Text-Dokument arbeiten, &#8230; <a href="http://stefan-mey.com/2011/07/25/netz-helfer-piratenpad/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Screenshot-Piratenpad.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2830" title="Screenshot Piratenpad" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Screenshot-Piratenpad.png" alt="Screenshot Piratenpad" width="1100" height="275" /></a></p>
<p><strong><a href="http://www.piratenpad.de/">Piratenpad</a> ist der größte deutsche Hoster von Etherpad, einem Tool zur kollaborativen Erstellung von Dokumenten. In puncto Schnelligkeit, Eleganz und Usability lassen Piratenpads viele kommerzielle Anbieter alt aussehen.</strong></p>
<h2>1 Was leistet ein Piratenpad?</h2>
<p>Man kann gemeinschaftlich an einem Text-Dokument arbeiten, ohne dass sich die Autoren vorher anmelden oder registrieren müssen. Die Änderungen sind ohne Verzögerung sichtbar. Da jedem Nutzer eine neue Farbe zugeordnet wird, wird der Text als buntes Mosaik der verschiedenen Beiträge dargestellt (wenn das nervt, lassen sich die Farben allerdings ausblenden). Eine „Time Slider“-Funktion erlaubt es, mit einem Regler an jeden Punkt seit Entstehung des Pads zurück zu kehren, denn jede Mini-Änderung ist gespeichert.<span id="more-2828"></span></p>
<h2>2 Wie funktioniert es?</h2>
<p>Das Piratenpad setzt die Open-Source-Software Etherpad um, die eine bewegte Geschichte hinter sich hat (s.u.).<br />
<a href="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Pad_auswählen.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2831" title="Pad_auswählen" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Pad_auswählen.png" alt="Pad_auswählen" width="713" height="163" /></a></p>
<p>Wenn man auf „neues Pad“ klickt, wird ein offenes Pad erstellt, entweder mit einer automatisch erstellen kryptischen URL (wie: K9gPaLuPX0) oder mit einer selbst gewählten Endung. Das offene Pad ist die Kernfunktion. Hier kann jeder, der den Link zum Pad kennt, schreiben, bearbeiten und löschen. Da es aber keine öffentliche Liste von Pads gibt und Google die Inhalte nur eingeschränkt berücksichtigt, hat man auch im offenen Modus eine gewisse Anonymität.</p>
<p>Bei einem Team-Pad wird eine (selbstgewählte) Subdomain angelegt, auf der man beliebig viele Pads erstellen kann. Es gibt einen Administrator, der zwischen zwei Zugangsmodi wählen kann: einem geschlossenen Club, in dem man sich mit Administrator-Email und –Passwort anmelden muss („Private“) und eine „Public“-Einstellung, bei der sich Gäste mit einem Passwort anmelden. Zudem gibt es die Möglichkeit, Gästen nur eine „Readonly“-Version des Dokuments zugänglich zu machen.</p>
<h2>3 Hintergrund</h2>
<p>Das Piratenpad basiert auf der Etherpad-Software. Die Piratenpartei tritt somit als Pad-Hoster auf. Die Software wurde im Jahr 2008 veröffentlicht, an der Entwicklung waren u.a. zwei Google-Mitarbeiter beteiligt. Ein Jahr später wurde das Projekt von Google aufgekauft, um es in das glücklose Google Wave zu integrieren. Das öffentliche Etherpad-Angebot sollte daraufhin im März 2010 eingestellt werden, doch es gab große Proteste dagegen, denen sich Google gebeugt hat. Die Software wurde im Dezember 2009 unter einer Open-Source-Lizenz freigegeben, und es hat sich eine <a href="http://etherpad.org/">Stiftung</a> gegründet, die an der Weiterentwicklung der Software arbeitet.</p>
<p>Vor allem im Umfeld der verschiedenen nationalen Piratenparteien wird die Software intensiv genutzt. Die <a href="http://piratepad.net/">schwedische</a> und die <a href="http://piratenpad.de/">deutsche</a> Piratenpartei haben sie in einem eigenen Angebot umgesetzt. Die deutsche Umsetzung war der Grund für eine <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,763939,00.html">umstrittene Razzia</a> bei der deutschen Piratenpartei im Mai 2011. Die französische Polizei hatte sich erhofft, in den (nicht gespeicherten) Log-Daten Informationen über einen vermuteten Angriff der Anonymous-Gruppe zu bekommen.</p>
<p>Auf einer <a href="http://etherpad.org/public-sites/">Liste</a> der Etherpad Foundation werden drei andere deutsche Pad-Hoster genannt, die teilweise andere Funktionen implementiert haben und als Alternativen zum Piratenpad infrage kommen:<br />
- <a href="http://pad.spline.de/">Pad.spline.de</a>: ein Projekt der <a href="http://spline.de/">Linux AG</a> am Informatik-Institut der FU Berlin. Hier lassen sich sechs verschiedene Überschriften verwenden<br />
- <a href="http://etherpad.netluchs.de/">Etherpad.netluchs.de</a>: ein Projekt des Anbieters einer kleinen Suchmaschine<br />
- <a href="http://www.edupad.ch/">Edupad.ch</a>: ein kommerzieller Schweizer Anbieter, der aus den verschiedenen Pad-Funktionen ein <a href="http://www.edupad.ch/static/edupad_sites/pro.html">Freemium-Modell</a> gebastelt hat und für das Einrichten einer Team-Seite 480 Schweizer Franken pro Jahr verlangt. Eine Überschrift-Formatierung ist möglich. Zudem gibt es eine Social-Media-Anbindung, um die URL des Pads zu teilen.</p>
<h2>4 Risiken und Nachteile</h2>
<p><strong>Funktionsumfang:</strong> Die Editier-Funktionen sind minimalistisch, und das ist noch sehr vorsichtig ausgedrückt. Es ist nur möglich, den Text fett, unterstrichen, kursiv und  durchgestrichen zu formatieren und Aufzählungen einzufügen. Zumindest das Einfügen von Hyperlinks sowie von Überschriften zur Strukturierung sollte möglich sein. Überschriften zumindest werden im Moment diskutiert, wie ein Blick in die <a href="http://www.piratenpad.de/ideatorrent/idea/53/">Ideenwerkstatt</a> verrät.</p>
<p><strong>Ein Pad vergisst nie:</strong> Öffentliche Pads lassen sich nicht löschen, weder die gesamten Dokumente noch vorherige Versionen, die über die Time Slider-Funktion konserviert werden. Das kann man positiv oder negativ finden. Der Administrator des Piratenpads will an der momentan Situation <a href="http://www.piratenpad.de/ideatorrent/idea/51/">nichts ändern</a>: „Wenn du Daten ins Internet schreibst, bleiben sie meistens öffentlich für alle lesbar. Man sollte sich deshalb vorher Gedanken machen was man dem Internet zur Verfügung stellt und was nicht.“</p>
<p><strong>Trolle?</strong> Die Tatsache, dass bei öffentlichen Pads jeder ohne Registrierung alles machen kann, müsste <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Troll_(Netzkultur)">Trolle</a> magisch anziehen. Eine <a href="http://feedpad.loverty.de/beta">eigene Erfahrung</a> mit einem Pad als Feedback-Tool widerlegt das aber. Anscheinend mögen Trolle es nicht, wenn es ihnen zu einfach gemacht wird.</p>
<h2>5 Fazit</h2>
<p>Mit dem Piratenpad rücken private und öffentliche Kommunikation mal wieder enger zusammen. Allerdings steht der Niedrigschwelligkeit in der Nutzung und der maximalen Offenheit das extrem schliche Text-Layout eines Pads gegenüber, das es als wirklich öffentliches Medium nur wenig interessant macht. Anders als es bei Blogs der Fall ist, sind die meisten Pads zudem schlicht nicht auffindbar und nicht vernetzt. Eine öffentliche Pad-Liste scheint aber <a href="http://www.piratenpad.de/ideatorrent/idea/50/">im Moment</a> von den Machern nicht gewollt. Etwas mehr Struktur und Orientierung würde die Bedeutung von Pads vergrößern. Analog zur eng untereinander verknüpften Blogosphäre und zur eher lose verbundenen Welt der Wikis könnte dann eine Pad-Sphäre entstehen und das Web 2.0 um ein großes Genre der öffentlichen Kommunikation reicher machen.</p>
<p>Der Artikel erschien zuerst auf dem <a href="http://www.netzpiloten.de/2011/07/22/netz-helfer-piraten-pad/">Netzpiloten-Blog</a>.</p>
 <p><a href="http://stefan-mey.com/?flattrss_redirect&amp;id=2828&amp;md5=e9a9fcb2c3961831400338f480d79036" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://stefan-mey.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zu Gast bei Radio Fritz</title>
		<link>http://stefan-mey.com/2011/07/03/stefan-mey-kino-to-radio-fritz/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Jul 2011 11:44:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dies und das]]></category>
		<category><![CDATA[fritz]]></category>
		<category><![CDATA[Kino.to]]></category>
		<category><![CDATA[trackback]]></category>

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		<description><![CDATA[In Trackback auf Fritz beschäftigt sich Marcus Richter beschäftigt mit allen möglichen Internet-Themen. Er hat mir ein paar Fragen zu Kino.to gestellt, nachdem ich mich in einem längeren Blogpost damit beschäftigt hat <a href="http://stefan-mey.com/2011/07/03/stefan-mey-kino-to-radio-fritz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img title="Screenshot trackback.fritz.de" src="http://stefan-mey.com/wp-content/uploads/Screenshot-trackback.fritz_.de_.png" alt="" width="798" height="146" /></p>
<p><strong>In <a href="http://trackback.fritz.de/">Trackback</a> auf Radio Fritz geht es um alle alle möglichen Netz-Themen. Der Moderator Marcus Richter hat mir ein paar Fragen zu Kino.to gestellt, nachdem ich mich in einem längeren Artikel auf dem Netzpiloten-Blog damit beschäftigt hatte.</strong></p>

<p style="text-align: left;"><strong><span id="more-2700"></span></strong></p>
<p>Links:<br />
- der gesamte Pocdast: <a href="http://trackback.fritz.de/2011/07/02/trb-236-google-kino-to-postillon-emerge-mag/">TRB 236: Google#, kino.to, Postillon, Emerge-Mag</a><br />
<a href="http://trackback.fritz.de/2011/07/02/trb-236-google-kino-to-postillon-emerge-mag/"></a>- der ursprüngliche Artikel: <a href="http://www.netzpiloten.de/2011/06/28/kino-to-ist-tot-alternative-film-distribution-lebt/">kino.to ist tot – die alternative Film-Distribution lebt</a></p>
<div><strong><br />
</strong></div>
 <p><a href="http://stefan-mey.com/?flattrss_redirect&amp;id=2700&amp;md5=02e245c3d3d807cdd89da1355023718a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://stefan-mey.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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