Die deutschen Kachingle-Charts
(Platzierung/ Name/ Anzahl der Kachingler/ Platz im globalen Ranking)
1. Carta: 45 Kachinglers (4)
2. Medialdigital: 17 Kachinglers (12)
3. E-Book-News: 14 Kachinglers (15)
4. Ronniegrob: 13 Kachinglers (22)
5. Egghat’s blog: 12 Kachinglers (25)
6. Banedon’s Cyber-Junk: 11 Kachinglers (27)
7. Politik.netzkompetenz.at: 10 Kachinglers (28)
8. Aeos Records: 9 Kachinglers (38)
9. Zappadong: 9 Kachinglers (35)
10. VernissageTV: 9 Kachinglers (32)
11. Multimediajournalist: 9 Kachinglers (37)
12. PolkaRobot: 8 Kachinglers (41)
13. Anatolia magazine: 8 Kachinglers (43)
14. Symetrk: 6 Kachinglers (63)
15. Anatolienmagazin: 6 Kachinglers (57)
16. Spiele-Podcast: 5 Kachinglers (64)
17. Einfach Übel: 5 Kachinglers (66)
18. RSSFriends: 5 Kachinglers (67)
19. Oko-bloko: 5 Kachinglers (69)
20. Bier statt Blumen: 5 Kachinglers (70)
17. Klatschheftli: 5 Kachinglers (71)
18. Banedon’s Baublog: 4 Kachinglers (77)
19. KielPod: 4 Kachinglers (83)
20. Gelegenheitsspieler: 4 Kachinglers (84)
*Bei gleicher Unterstützer-Zahl habe ich zusätzlich das generierte Spendenaufkommen als Ordnungsprinzip hinzugezogen.
**Nr. 8, 10, 13, 14 und 18 sind englischsprachig, werden aber von Deutschland (bzw. in einem Fall von Basel) aus betrieben, stammen also in jedem Fall aus den D-A-CH-Staaten.
Quo vadis, Kachingle?
Mikro-Bezahlsysteme wie Kachingle oder Flattr könnten ein Ausweg aus dem Finanzierungsproblem für Inhalte im Internet sein. Sie sind auf größtmögliche Einfachheit hin angelegt und sollen Leser so animieren, ihren Lieblingsseiten freiwillig Geld zu spenden. Die Beiträge, um die es geht, sind noch dazu so gering, dass es kaum wehtut.
Bei Kachingle zahlt man monatlich 5 US-$ ein (in der jetzigen offenen Beta-Phase sind keine Euro-Einzahlungen möglich, und von Deutschland aus kann nur per PayPal überwiesen werden). Davon gehen 20%, also 1 $, an Kachingle. Geht man auf eine Seite, die das Kachingle-Widget eingebaut hat, kann man durch das Klicken des entsprechenden Buttons die Bereitschaft bekunden, die Seite zu unterstützen (hier eine Video-Erklärung des Prinzips). Kachingle registriert die einzelnen Besuche und teilt die verbleibenden 4 Euro am Ende des Monats auf alle als unterstützenswert deklarierten Seiten auf. Der detaillierte Schlüssel richtet sich schließlich nach der Zahl der Tage, an denen jede der Seiten besucht wurde.
Das klingt vielversprechend, doch eingeschlagen ist das Konzept noch nicht, auch nicht in den Schlüssel-Märkten USA, Frankreich und Deutschland. Weltweit beteiligen sich erst 131 Seiten. Der Blog Steveouting.com führt mit nur ingesamt 59 Unterstützern das globale Kachingle-Ranking an und hat in fünf Monaten gerade einmal 113 $ eingenommen. Auf den hinteren Plätzen sieht es noch sehr viel dünner aus. Eine fiktive 4er-WG bloggender Techies könnte durch gegenseitiges Unterstützen den Blog eines jeden einzelnen in die weltweiten Top 100 bugiseren.
Extrahiert man die deutschen Seiten aus dem Ranking, zeigen sich einige interessante Dinge:
1. Deutsche Blogs und Websites sind überproportional vertreten. 31 der 131 Kachingle-Seiten, das heißt fast jede vierte, stammen aus den D-A-CH-Staaten. Von diesen sind wiederum 27 deutschsprachig. Das ist, trotz der Tatsache, dass Deutschland Schwerpunktmarkt ist, erstaunlich, zieht man etwa Zahlen über die weltweite Sprachverteilung bei Blogs heran.
2. Gerade die großen Blogs halten sich zurück. Von den meist verlinkten Blogs, wie sie von den Deutschen Blogcharts aufgestellt werden, ist mit Carta nur ein einziger vertreten.
3. Das System aus Kachingle-Seiten und -Unterstützern ist noch sehr selbstreferenziell. Nimmt man sich eine Seite heraus und schaut sich die Unterstützer an (Kachingle ist da maximal transparent) zeigt sich, dass sich ein auffallend hoher Anteil direkt aus der kleinen Gruppe der Anbieter rekrutiert. (Dank für den Hinweis an Ulrike Langer.)
Ready to start oder Stagnation?
Eine Zusammenstellung der Zeitpunkte, zu denen die insgesamt 31 deutschen Blogs bzw. Websites Kachingle beigetreten sind, zeigt ein Muster, aus dem man aufgrund der geringen Fallzahl zwar nur bedingt Erkenntnisse ziehen kann, doch eines lässt sich sagen, um ein exponentielles Wachstum handelt es sich wohl eher nicht:
Im Moment sieht es eher nach Stagnation aus. Möglicherweise steht ein virales Wachstum aber erst noch bevor.
Fazit
Um Kachingle in Deutschland zu pushen, bräuchte es vor allem Erfolgsgeschichten. Im Moment wäre das schwierig. Carta, die deutsche Nummer 1, hat in vier Monaten nur etwas mehr als 150$ eingenommen und ist mit diesem Mini-Betrag sogar internationaler Spitzenreiter. Auf die Erlöse der anderen Seiten wären die altbekannten Klagen über die “Lousy Pennies on the Web” eins-zu-eins anwendbar, teilweise sogar wörtlich.
Kachingle steht vor dem klassischen Dilemma zweiseitiger Märkte: Nur wenn die Nutzergruppe 1 (Inhalte-Anbieter) groß genug ist, wird die Plattform für die Nutzergruppe 2 (Unterstützer) attraktiv- und umgekehrt. Erst wenn sich mehr reichweitenstarke Blogs beteiligen und somit gleichzeitig als Werbeträger für das Konzept fungieren, würde Kachingle für eine größere Zahl von Lesern interessant werden, auch und gerade für solche, die primär einzahlen.
An mangelndem Grundinteresse der Inhalte-Anbieter wird es wohl nicht scheitern, eine neue Erlösquelle lehnt kaum einer ab. Die tatsächliche Spendenbereitschaft von Internet-Nutzern jedoch ist nach wie vor ungewiss. Sie stellte eine der drängendsten offenen Fragen im Internet dar. Ich halte es zumindest nicht für ausgeschlossen, dass sich in den großen und treu verbundenen Leser-Gemeinden von Netzpolitik, Bildblog, Fefe etc. eine ausreichende große Menge an Leuten findet, die aus Kachingle & Co. wirkliche Erfolgsgeschichten machen könnten.
… to be continued.
Gecrosspostet auf Carta
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20 Prozent kassieren für die Geldverteilung? Das klingt etwas sehr hoch gegriffen.
Sind in diesem ominösen Verteilungsschlüssel, der ja die einzige Eigenleistung des Denstleisters ist, auch Feedreader enthalten?
Hey Torsten,
die Frage, ob Kachingle zuviel Geld von seinen Nutzern nimmt, stelle ich mir im Moment nicht, sondern frage mich (leicht besorgt) eher, ob sie es bald schaffen, genügend Geld zu verdienen, um überhaupt als Dienst Bestand zu haben.
Die Hälfe dieses einen Dollars geht an Paypal. Ich zitiere mal aus dem Kommentar, das die Gründerin in einem Carta-Artikel gepostet hat: “Regarding the 20% – it’s actually $1 of the $5. 50 cents (half) of that $1 goes to PayPal transaction fees. So Kachingle’s piece is only 10% which is very, very reasonable.” (http://bit.ly/9BuD6E)
Und zum zweiten Punkt: Vielleicht wäre es wirklich gut, wenn Kachingle einen eigenen, besonders guten oder originellen, Feedreader für seine Nutzer anbietet. Dann könnte sie ihnen das Gefühl geben, dass sie für ihre monatlichen 5 Dollar etwas zurückbekommen, was nicht nur ideell ist.
Zumindest nach den Paypal-Gebührenrichtlinien (http://bit.ly/bOFJ8L) müssen 46 Cent an Paypal abgedrückt werden. Die restlichen 11% bleiben dann wohl bei Kachingle.
Klingt plausibel. Und bei dem einen Prozentpunkt drücken wir ein Auge zu
Danke für die ergänzende Information!
Eigentlich sehe ich den Sinn von Kachingle grade darin, dass eben solche exorbitanten Transaktionskosten verschwinden. Gerade wenn der Dienst in D-A-CH genutzt wird, wäre eine Überweisung sehr viel günstiger. Und wenn es eben Paypal sein muss, dann eben nicht einmal pro Monat fünf Dollar, sondern alle drei Monate 15 Dollar.
Gerade für die Zeit der Etablierung wäre ein solcher Kostendeckel sinnvoll. Kostendeckend arbeiten können sie eh nicht bei den Mini-Umsätzen.
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Nur vier Worte:
Nicht jammern, mitmachen! Danke!
Wie recht du hast.
Ich hab gerade gesehen, dass heute zwei neue deutsche Seiten dazu gekommen sind: ikosom (http://bit.ly/dAnISg) und echologist (http://bit.ly/ccly4t)
Ich habe bei mir jetzt einmal eine kleine Promo gestartet: Wenn mich im Rest-April 5 Leute kachinglen, mache ich die Google Werbung für einen Monat aus.
Mal schauen …
Den weit verbreiteten Google-Hass in produktive Bahnen lenken? Gute Idee
Ich reich mal den Deep Link zu deinem entsprechenden Blog-Post nach: http://bit.ly/9CxL5M
Wenn ich’s richtig sehe, ist es bisher einer (und zwar einer, der hier auch kommentiert …). So viel zur Selbstreferenz.
Es ist auch erst ein Tag vergangen …
Wenn es klappt, solltest du aber auf deinem Blog die Kachingle-Einnahmen aus diesem Zeitraum mit deinen durchschnittlichen Einnahmen über Google vergleichen. Dann käme Kachingle auf jeden Fall mal besser weg *lol*
Das Posting liest aber morgen keiner mehr …
D.h. ich glaube nicht, dass das noch jemand kommt.
Die Einnahmen wären übrigens echt zweitrangig … Ich hätte lieber eine werbefreies Blog, das die Leser finanzieren …
Mal “‘ne dumme Frage”: Warum meint Ihr eigentlich, Eure Blogs kommerzialisieren zu müssen? Arbeitet Ihr den ganzen Tag nur daran oder investiert Ihr soviel in Eure Server?
Dann würde ich mir an Eurer Stelle aber gleich überlegen, ein professionelles Online-Magazin herauszugeben
Schönen Wochenanfang
Dumm ist die Frage nicht.
Bei Leuten, die ihren Blog überwiegend als Tagebuch betreiben, wär die Frage wirklich abwegig, da sich vor 20 Jahren auch niemand gefragt hat, wer ihm die 30 Minuten Tagebuchschreiben pro Tag finanziert.
Dann gibt es aber die Leute, die sich in dem, was sie machen, eher an Journalismus orientieren, denen das Bloggen zwar auch selbst viel Spaß macht, die aber denken, dass es vielleicht doch irgendwo einen gesellschaftlichen Mehrwert hat.
Ich würde die mal “kleine Verleger” nennen. Einige von denen würden nie auch nur auf die Idee kommen, das mit Gelderwerb zu verbinden, da sie einen anderen Haupt-Job haben oder sie Studenten sind und sich darüber noch keine Gedanken machen müssen. Dich und deine Kollegen auf euerm Blog würde ich zu dieser Gruppe zählen.
Und dann gibt es die, die sich brennend für die Frage interessieren, ob das, was sie tun, wenn sie bloggen, nicht doch eines Tages zum Neben- oder Haupterwerb werden könnte. Viele von denen würden sicher tatsächlich gern ein professionelles Online-Magazin herausgeben. Doch da sie das für ökonomisch aussichtslos halten (und ein Mensch muss bekanntlich von irgend etwas leben) begnügen sie sich erst mal mit der kleineren Variante: sie betreiben einen Blog
Nun, Deine Differenzierung trifft es m.E. nur halb
Wenn >Du bspw. unser Blog heranziehst (und die anderen Blogger, die gelegentlich Beiträge beisteuern), kannst Du nicht davon ausgehen, daß wir alle andere Jobs haben oder Studenten sind. Ein Blick auf unsere Autorenseite könnte Dir eher vermitteln, daß wir in einer Art selbstgewählter “Bildungs- bzw. Aufklärungsmission” unterwegs sind
Die meisten von uns haben auch noch eigene Blogs und der Eine oder die Andere mag da durchaus auch etwas verdienen, da er/sie das Geld brauchen kann. Drüben beim Spiegelfechter, wo ich auch im Hinterrund mitwirke, geht es durchaus kommerzieller zu, aber auch nur, weil Jens eben als freier Journalist auch von was leben muß und die Verlage längst zugenähte Taschen haben. Derlei funktioniert aber sowieso nur, wenn ein Blog mal eine “relevante Größe” erreicht hat.
Das aber werden die meisten nie schaffen …
Beste Grüße
Frank
P.s.: “Magazin” ist in Arbeit … *lol*
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Schade – Ende der Antworttiefe erreicht
Also hier für “egghat”:
Alter TP-Kumpel – was gibt es denn da großartig zu bezahlen? Du bist m.W. bei einem Gratis-Provider, falls Deine Leser Werbung drin haben, könen sie sie problemlos ausblenden (ich seh da bei Dir auch nichts), so what is it it good for?
Für mich eigentlich eine müßige Frage, denn ich steige gerade wieder mal aus – diesmal aus der elektronischen Form des virtuellen Lebens.
Vielleicht finde ich ja doch noch ein adäquates Kloster …
Bis irgendwann
Frank (Dir anderweitig bekannt)
sorry, tippfehler wg. not8e)booktatstatur, alter ud müdigkeit
Hey Frank,
Auf deiner Autoren-Unterseite hatte ich mir die 5 Leute angeguckt (zwei von denen sind ja mittlerweile a.D., aber sie stehen noch da): ein Lehrer, ein ehemaliger Uni-Dozent (bekommt also wohl Pension oder Rente), ein Student, ein „verkrachter Student“ und ein Historiker/ Anglist/ Amerikanist/ freier Autor, der seine Tätigkeit nicht weiter ausführt. Von irgendwas lebt ihr ja, bezahlt die Miete, den Strom, die Brötchen am Morgen und das Bier am Abend.
Aber egal. Ich freu mich, mit dir mal einen Vertreter der raren Spezies der Politik-Blogger kennenzulernen. Wenn Kachingle schon selbstreferenziell ist, dann gilt das für die Blogosphäre erst recht, zumindest für die großen (Deutsche Blogcharts). Da gibt es kaum einen, der sich nicht eigentlich nur mit dem Netz beschäftigt und sich somit irgendwie um sich selbst dreht: es geht um das Netz an sich, Netzpolitik, das Web, Software, Gadgets, das Social Web, blablabla. Für meine Magisterarbeit hatte ich mir mal die deutschen Blogcharts angeschaut und neben dem Spiegelfechter kaum einen expliziten Politik-Blog getroffen, und erst recht keinen linken. Es gab den Womblog, aber der war auch schon ein paar Wochen später aus den DBC verschwunden.
Viel Spaß im Kloster
Na, mein Guter – im Gegensatz zu Intentionen aus jüngeren Jahren werde ich weder ins Kloster noch in die Klappse gehen
“Blogcharts” halte ich persönlich (nicht nur, weil ich selber da ein kleines Licht bin) für irrelevant, denn nur auf die Inhalte kommt es an.
Beispiel gefälig? Du hast da imo eine interessante Diskussion losgetreten, deshalb bin auch ich hier und quake munter mit
Politiblogs gibt es übrigens wie Sand am Meer und ich hatte eben wieder ein Telefonat mit Peter vom Wom-Blog, da wir befreundet sind. Nur, weil er nicht mehr in irgendwelchen Charts steht, ändert das ja nichts an der Qualität dessen, was er bringt.
Beste Grüße
Frank
Dann grüß den Wom-Blog-Peter das nächste Mal von mir und sag ihm, dass er mir vor kurzem ziemliches Kopfzerbrechen bereitet hat. Ich hatte mir für meine Magisterarbeit mal alle Blogs in den dbc angeguckt und mir war aufgefallen, das fast alle kontinuierlich Links verlieren. (Das zeigt sich gut an der Zahl der Links, die erforderlich sind, um Platz 100 zu erreichen: http://bit.ly/bsYPEX).
Einer der wenigen Blogs, der kontinuierlich Links gewinnt, ist Carta (http://bit.ly/dw9cNL).
Meine Erklärung dafür war die Carta-Strategie, dass sie sich sehr um Crossposts und Gastautoren bemühen und somit auf eine große Zahl umfangreicher Artikel pro Tag kommen. Ich hatte mal über einen Zeitraum die Artikel gezählt und bin auf 4/ Tag gekommen.
Der Wom-Blog verfolgt eine noch radikalere Crossposting-Strategie und kommt damit sogar auf 18 Artikel/ Tag, und zwar auch sehr umfangreiche und inhaltlich sehr vielfältige Artikel. Das heißt, nach der Logik müsste der Womblog Links mindestens genau so stark anziehen wie Carta. Wieso das nicht passiert, kann ich mir nicht erklären … vielleicht gibt es zu wenig linke Blogs, die ihn verlinken könnten, vielleicht setzen linke Blogs nicht so häufig Links wie das Web2.0- und Medien-Blogs tun. Ich kann mir das nicht erklären …
Wenn du weder ins Kloster noch in die Klappse gehst, wohin ziehst du dich dann sonst zurück? *lol*
Stefan
Lieber Stefan,
beim nächsten Skypo- oder Telefonat grüße ich ihn von Dir
Ja, den Trend, untereinander weniger zu verlinken, sehe ich eben falls mit Besorgnis und weiß mich da leider in bester Gesellschaft. Mit “linken Politblogs” wie dem von Peter (er stellt aber gerade um) besteht halt das Problem, daß “wir” das oft schon woanders ( oft im Original) gelesen haben und es daher uns “linke Blogger” nicht mehr dazu anreizt, dann auf den entsprechenden Artikel bei ihm zu verweisen. “Eigenleistung” ist da auch bei uns das Zauberwort, wenn natürlich auch “Multiplikatoren” wie das Wom-Blog eine sinnvolle Bereicherung sind. Peter und ich haben mehrfach darüber gesprochen und sehen das eigentlich zunehmend ähnlich, wobei er sich wieder auf seine Latein-Amerika-Schiene konzentrieren möchte, da er sich da sehr gut auskennt und beste Kontakte hat. Das sehe ich natürlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge, da Peter immer wieder gerne mal was von mir übernommen hat.
Nun, als ich noch unsere Rubrik “Aufgelesen” führte, habe ich täglich etwa ein halbes Dutzend Links zu Blogs aus der “Nachbarschaft” gesetzt, die mir Lesenswertes präsentierten, aber inzwischen sind es seit der vorläufigen Einstellung dieser Rubrik (einfach keine Zeit mehr, auch das noch zu betreuen) deutlich weniger geworden. Heute verlinke ich fast nur noch im Rahmen eigener Artikel (das aber gerne) oder aber, wenn wir einen Gastartikel haben.
Generell solltest Du aber auch in Betracht ziehen, daß “unsereins” nicht viel Wert darauf legt, in irgendwelchen Charts aufzutauchen, sondern möglichst viele Bürger zu erreichen (wobei Verlinkungen natürlich hilfreich sind). Klar freuts bspw. mich, wenn ich aus dem Stand mit einem neuen ernsthaften Beitrag 400-500 Besucher bekomme und dann auch in etwa einem halben Dutzend befreundeter Blogs “abgedruckt” werde, ohne dabei jetzt den Oeffinger oder gar den Spiegelfechter bemüen zu müssen, aber mir geht es im Wesentlichen um die Inhalte und wie wir die am Besten zu den Mitmenschen transportieren.
Medienblogs mögen “uns” da technisch einen Tick voraus sein, dafür haben wir etwas, was sich “Solidarität” und auch “Gemeinwohl” nennt
Übrigens noch zur “Kachingle/Kommerz/sonstwas”-Diskussion. Eine nette Nachbarin hat da unabhängig von Dir was angestossen und vielleicht packt Ihr das ja sinnvollerweise in eine Sammeldiskussion?
http://opalkatze.wordpress.com/2010/04/29/ich-mach-jetzt-die-flattr/
Junger Mann – bitte etwas mehr Respekt vor dem gesetzten Alter
Ich ziehe mich dahin zurück, wo ich anscheinend hingehöre: als Schreibtischtäter hinter mein Keyboard und versuche, ein paar unfallfreie Sätze zu formulieren (was mir mit dem Notebook gar nicht so leicht fällt).
Beste Grüße
Frank
P.s.: “Medienblogs”? Nun, “Ihr” seid “uns” oft zu selbstreferentiell, verspielt bis narzißtisch
Laß uns es da doch lieber mal so sehen, daß wir jeweils verschiedene Aspekte der Gesellschaft unter verschiedenen Blickwinkeln betrachten und erst die gemeinsame Arbeit eine Gesamtschau gibt. Deshalb ist bspw. unsere Blogroll recht bunt besetzt, deshalb sind wir eben nicht nur ein Blog für Politik, sondern auch für Gesellschaft, Sprache, Literatur, Philosophie, Musik, Film und Sport, gerne auch Medien (magst Du einen “Redakteursposten” bei uns? Kannst Du sofort haben … *g*) – Leben halt.
öööh. ihr schmeisst hier mit zahlen und quoten ‘rum, daß es nur so kracht, dabei ist kachingle schon tot, hat’s nur noch nicht gemerkt. ich flattre, wobei ich auch nicht weiß, ob sich das durchsetzt, glaube es aber (bauchgefühl, trügt selten; richtige standortbestimmun; einzelne artikel wählbar).
“Bauchgefühl”? Da habe ich eh ein ganz anderes und das hat mit “Geschäft” so ganz und gar nichts zu tun
Hey Opalkatze, hey Frank. Dieses weit verbreitete Kachingle-Bashing ist eine Katastrophe.
Kachingle hatte in Deutschland einen schwierigen Start. Sie haben keinen “Star” wie Peter Sunde, sondern eine US-Gründerin, die hier keiner kennt. Mit dem Marketing hat wohl etwas nicht richtig geklappt, sie durften nicht auf der Re:publica reden, und alle erzählen auch noch permanent, dass Flattr so viel besser wär.
Dabei sind es einfach verschiedene Nutzungsarten, und jede hat ihren Charme und ihre nervigen Seiten.
Natürlich ist es eine tolle Vorstellung, dass man für jede Unter-Seite im Netz spenden kann. Aber Internet-Nutzer haben, wie alle Menschen, einen Hang zu Faulheit und haben vielleicht irgendwann keine Lust mehr, ihre Internet-Touren andauernd zu unterbrechen, um nach dem Flattr-Button zu suchen.
Zweitens birgt Flattr die Gefahr einer krassen Kommerzialisierung, sogar im publizistischen “Long Tail”. Wenn alles geflattert werden kann, bedeutet das gleichzeitig, dass jede Äußerung im Netz, jede Unterseite und sogar jedes Kommentar auf einem fremden Blog eine Art von Ware wird, die man an die Flatterer verkauft. Und wie verkauft man erfolgreich? Man sagt vielleicht weniger, was man denkt, sondern was gefällt, in der Hoffnung, dass einem möglichst viele einen Teil ihres monatlichen Spendenkuchen zukommen lassen.
Kachingle hingegen ist langsamer, träger. Man muss sich nicht permanent entscheiden, ob man für einen Blogeintrag spenden will. Sondern man bekundet einmal grundsätzliche Sympathie mit einer Seite, und die individuelle Relevanz, d.h. die Häufigkeit der Besuche, wird technisch erfasst und daraus die Spendenhöhe errechnet.
Also: keiner der beiden Dienste ist meiner Meinung nach eindeutig besser. Tot ist Kachingle trotz des schwierigen Starts definitiv noch nicht. Ich denke (und hoffe), dass sie erfolgreich nebeneinander existieren können.
Lieber Stefan,
ich “bashe” Kachingle oder Flattr ja gar nicht, sondern halte das für ganz nette Ideen, denen ich auch wünsche, daß sie den nötigen Erfolg habe.
Mir geht es mehr generell um die Kommerzialisierung von Blogs, was ich, sollte sich eines Tages die Mehrzahl der Blogger dazu entschließen, eher für kontraproduktiv halten würde. Das bezieht sich dann aber auch auf “pay to view” und nicht “pay if you like it”.
Guten Start in die Woche
Frank
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Also grundsätzlich finde ich die Idee nicht schlecht und für den Hobbyblogger, der das eh tut, egal ob Geld oder nicht (wieder der Typ Tagebuchschreiber) auch anwendbar. Aber ich glaube nicht, dass damit signifikante Erträge zu erzielen sind, die ein mittelgut besuchter Blog z.B. mit AdSense erzielen kann. Die Erfahrung (aus einigen auch größeren Webprojekten) zeigt, dass freiwillig niemand zahlt!
Aber ich werde jetzt hier regelmäßig vorbeischauen und natürlich sofort mitmachen, wenn damit was zu verdienen ist
Verdienst ein mittelgut besuchter Blog mit Google AdSense ÜBERHAUPT Geld in nennenswerter Höhe?
Ich hab da bis jetzt eher sehr ernüchternde Geschichten gehört.
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